Archiv für Twitter

Geschenke einpacken – Der Versuch einer Twitkrit (Eintrag XXV)

Posted in rechtsfreier Raum with tags , , , on 26. Dezember 2009 by Shumway

Hollera zusamen,

ich weiß. Schon wieder ein Artikel über Twitter (für einige ist das Bloggen über Twitter vergleichbar mit dem Schreiben einer MMS über eine gelesene SMS) aber es gab zum Thema „Geschenke einpacken“ einfach zu viele Tweets, die den gleichen Tenor hatten und die ich gerne einmal in Form einer Twitkrit vorstellen möchte:

Wie jedes Jahr im Kalender fest verankert nähert sich in der letzten Dezember Hälfte das Weihnachtsfest. Was schon in den Supermärkten ab Ende August mit dem Verkauf von Lebkuchen und Spekulatius beginnt, mit dem Geruch von Glühwein, Crêpes und Holzspänen dann ab Ende November auf zahlreichen Weihnachtsmärkten weitergeht und nach verschwitzten, stressigen Einkaufstouren durch überfüllte Innenstädte kurz vor dem eigentlichen Fest seinem Finale entgegenstrebt.

Wer seine Liebsten beschenken möchte (egal ob mit selbst gebasteltem, gekauftem oder bestelltem Hab und Gut) steht, sofern er beim Einkaufen nicht so schlau gewesen ist, sich diese Arbeit von fachkundigem Personal abnehmen zu lassen, kurz vor dem Ende – der Bescherung – vor allem als männlicher Vertreter vor dem Geschenkeinpackmonster; einem nahezu unüberwindbaren Endgegner, vor dem ich Euch im Folgenden warnen möchte, damit es keiner auf die Idee kommt, dieses Untier zu unterschätzen.

Ich selber bin mittlerweile überzeugt, dass zum ordnungsgemäßen Verpacken von Geschenken ein besonderes Gen oder zumindest ein Enzym im Körper vorhanden sein muss, um diese körperliche Schwerstarbeit bewältigen zu können (und die Erfahrung zeigt, dass meistens die weiblichen Vertreter der Spezies Mensch diese Veranlagung im Blut haben).

Da Twitter von sehr vielen Leuten gerne benutzt wird, um die alltäglichen Dramen und Ereignisse der Welt (oder zumindest dem persönlichen Gefolge) mitzuteilen, hat es auch zum Thema „Wie verpacke ich ein Geschenk“ einige interessante Beobachtungen gegeben, die uns allen eine Lehre sein könnten.

Meinereiner hat einfach das Ergebnis der Tesafilm- Geschenkpapier-Orgie als Kunst deklariert und mal rundgefragt, wie die anderen es mit dem Aufhübschen der Präsente so handhaben:

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In Bonn gibt es männliche Mitbürger wie den Herrn PlanC_, die beim Einpacken unweigerlich an Kunst denken auch wenn diese nicht als Vergleich zur Hervorhebung der eigenen gestalterischen Fähigkeiten herangezogen wird:

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DerClemens ist ein weiterer männlicher Zeitgenosse, welcher sich Gedanken um die technischen und normativen Gegebenheiten, die dem Vorgang des Einpackens zu Grunde liegen macht und darüber hinaus wertvolle Tipps bereithält, was zu beachten ist, wenn man dem Beschenkten wirklich eine Freude machen will:

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    Da es anscheinend wirklich von Nöten ist, hier noch ein weiterer Hinweis von DaggyO , wie man als Einpack-Legastheniker nicht nur ein optisch ansprechendes, sondern auch noch ein praktisches Ergebnis erzielt:

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    Aber nicht nur die männlichen Repräsentanten der Spezies Mensch plagen sich mit dem vorweihnachtlichen Stress mit Papier, Schleife, Tesafilm und Schere herum. Die handwerklich begabte n303n hat für uns alle auch drei hilfreiche Anmerkungen parat:

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    Aber bevor Ihr nun alle denkt, dass Ihr für das nächste Mal gewappnet seid, alles über die Tücken und Fallstricke des Geschenkeverpackens wisst und der Meinung seid, auch schon vorher Experten auf diesem heiklen Gebiet gewesen zu sein, möchte ich Euch noch folgenden Tweet von Amaot ans Herz legen, der zeigt, dass manchmal eine höhere Macht im Universum daran Schuld sein muss, dass viele Menschen – vorzugsweise männlichen Geschlechts –  lieber Geschenke unverpackt überreichen sollten:

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    Ich hoffe, Ihr zieht daraus die einzig wahre Lehre und lasst demnächst jemanden die Geschenke verpacken, der sich damit auskennt oder einfach nur ein Talent für diese knifflige Tätigkeit besitzt, denn seid gewarnt: Auch wenn bis zum nächsten Weihnachtsfest noch über 360 Tage Zeit bliebt, malträtieren uns Geburtstage, Hochzeiten, Jubiläen und andere Festlichkeiten das ganze Jahr über mit Geschenken und dem Fluch, die einpacken zu müssen.

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    ein sich nun mit einer Decke einpackender und mit Buch ins Bett packender Ausserirdischer

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      Besuch der @Frauenfuss-Ausstellungseröffnung (Eintrag XXIV)

      Posted in rechtsfreier Raum with tags , , , , , , , on 15. Dezember 2009 by Shumway

      Hollera zusammen,

      nach ewiger Zeit habe ich mich endlich mal wieder durchgerugen, einen Artikel nicht nur stichpunktartig irgendwo zu vermerken oder im Kopf zu formulieren, sondern tatsächlich zu… Papier(?) oder besser gesagt zu internetfähigen Bits und Byte zu verwurschteln und nun frage ich mich, ob ich den Artikel nun auch veröffentlichen soll oder es einfach sein zu lassen. Da ich aber nach langer Zeit endlich über die größte Hürde des Bloggens für mich hinaus bin (Das sich an den Rechner setzen und den Artikel zu tippen), werd ich nun auch weitermachen.

      Die talentierte Grafik Designerin Michaela von Aichberger, die in der Twitterwelt jedem unter dem Namen @Frauenfuss bekannt ist, hat ihr anfängliches Spaßprojekt „Ich male meine Follower“ oder in für Twitter typischen verkürzten Schreibweise mit Hashtag #immf genannt soweit gebraxcht, dass sie damit nun Ausstellungen in ganz Deutschland beehrt. Nach der Premiere in Nürnberg, darf sich nun die Stadt Köln loben, für die nächsten Tage Herberge eines interessanten Internet-Kunst-Projekts zu sein.

      Den Berichten aus Nürnberg zu Folge, war die Veranstaltung dort ein voller Erfolg, also haben wir uns zu zweit auf den Weg Richtung Köln Mühlheim gemacht, um uns ein Bild von den Bildern und der Veranstaltung zu machen. In erster Linie wirklich, um die schon so oft im Netz bewunderten Bilder endlich einmal live zu sehen. Da ich selber auch das wahnsinnige Glück hatte, von der Künstlerin mit einem #immf-Portrait geehrt worden zu sein, war die Neugierde natürlich auch sehr groß, wie das mir gewidmete Bild aussieht, neben wem ich da so an der Wand hänge und ein wenig hegte ich auch die Hoffnung, die Künstlerin zu treffen und ein paar Minuten ihrer Zeit zu stehlen, um mich persönlich für die Zeichnung ihrer Vorstellung meines Twitter-Ichs zu bedanken. Das Treffen weiterer Twitterer war im Bereich des Möglichen aber im Rahmen der Veranstaltung von meiner Seite aus kein Grund mich auf den Weg dorthin zu machen.

      Als wir den Wagen vor dem Kulturbunker in einer Parklücke unter bringen konnten, der erste Schock: Einige dubiose Gestalten in glänzenden Anzügen, mit Schlips und Slippern waren dort versammelt und man stellte sich die erste bange Frage, ob man zur einer Vernissage-Eröffnung mit kaputter Jeans und T-Shirt nicht zu underdressed sei und auffallen würde wie ein bunter Hund. Nuja, als Person, die nicht von dieser Welt stammt, ist man einiges gewöhnt, was das Hervorheben und Auffallen innerhalb größerer Menschenmassen angeht, so dass man sich dann nach einer letzten Zigarette im arschkalten trockenen Kölner Wetter auf den Weg ins Innenleben des würfelförmigen Veranstaltungsgebäube begab.

      Die erste Erleichterung kam dann, als man sich dem Obergeschoss näherte und das Styling der dort im Vorraum versammelten Leute darauf schließen ließ, dass man in dem gewählten Standard-Outfit nicht auffiel wie ein bunter Hund (Da ich die dubiosen Gestalten vom Parkplatz während der Veranstaltung im 1, OG rechts nicht ein weiteres Mal gesichtet habe, denke ich, dass diese glücklicherweise für alle Anwesenden einer anderen Feierlichkeit zugehörig gewesen sind.)

      Die Aufteilung der Galerie in drei parallel angeordnete Räume mit jeweils den Seitenwänden voller wunderschön gerahmter #immf-Bilder war an sich nicht verkehrt. Jedes der zahlreich aufgehängten und herrliche gerahmten Büchlein hinter Glas kam so sehr gut zur Geltung und konnte in Ruhe begutachtet werden, wenn ich es auch befremdlich fand, dass es einige Leute für praktisch hielten, sich mit ihren Sitzgelegenheiten direkt vor die Kunstwerke zu pflanzen, so dass einem das Betrachten von Details einzelner Ausstellungsstücke nur möglich war, wenn man seine Körpermitte auf Tuchfühlung mit den Gesichtern der dort Hockenden brachte. Wer weiß, vielleicht war dies aber auch eine von mir missverstandene Weise, Kontakte zu knüpfen.

      Nach vorsichtigem Schlendern durch den ersten Raum und Sichten einiger weniger bekannter Gesichter (Ich folge bei Twitter gerade mal 100 Leuten und lese bei einigen noch quer, ohne zu folgen. Da sich diese Hundertschaft aus dem gesamten Raum unseres Landes und darüber hinaus noch aus einigen Österreichern und Leuten von Übersee zusammensetzt, ist die Chance, in Köln jemanden zu treffen, dem man folgt relativ gering und die Chance, sogar jemanden zu treffen, der gleichzeitig meine Tweets auf Twitter abonniert hat, ist noch geringer.

      Meine Hauptintention lag aber wie eingangs erwähnt nicht darin, möglichst viele Leute zu kennenzulernen, sondern eher darin, die Ausstellung an sich und somit die ausgestellten Bilder an sich aus nächster Nähe zu betrachten und einigen der auftretenden Vorlesern zu lauschen.

      Da wir um kurz vor acht angekommen waren und @dergrob gerade seinen Vortrag begonnen hatte, war eine Sichtung der im mittleren Raum (welcher mit Stühlen und Bänken ausgestattet als Vortragsraum auserkoren war) hängenden Bilder nicht möglich.

      Trotz des großen Andrangs an Publikum vor den Durchgängen und innerhalb des mittleren Raumes schafften wir eine Überquerung und landeten im dritten zu dem Zeitpunkt überraschenderweise vollkommen leeren Raum und konnten uns in Ruhe an den aufgehängten Stücken und den an den Kopfenden platzierten Sammlungen ergötzen. Da ich eine HD-Videokamera mitgenommen hatte, um ein paar der Bilder (und logischerweise mein eigenes) für das persönliche Archiv zu filmen, nutzte ich hier die Gelegenheit, dieses zu tun und bekam aber leider dank der auf den mittleren Raum zugeschnittene Akkustik von der ersten Lesung so gut wie nichts mit.

      Wovon ich auch nichts mitbekommen hatte, war der kleine Mann (Ja, ich darf klein sagen, denn Leute, die mich in puncto Körpergröße nicht überragen sind spärlich gesäht) mit der großen Kamera (Ja, die Kamera war groß und sah nach professioneller Fernsehausrüstung aus), der mich beim Filmen der Ausstellungsstücke mit seiner Kamera minutenlang verfolgte, filmte und dabei laut Augenzeugen einen missbilligen Blick aufgesetzt hatte, als würde er mich der Industriespionage verdächtigen.

      Leider konnte ich das mir gewidmete #immf-Bild auch im dritten Raum nicht entdecken, so dass ich – sollte es tatsächlich ausgestellt worden sein – wohl nur im Vortragsraum fündig werden konnte.

      Beim nochmaligen Durchqueren dieses Raumes zwecks Einlegen einer Raucherpause auf der Dachetage, schlug uns ein Mief eine recht interessante Mischung der verschiedensten Duftnoten der vielen anwesenden Leute auf relativ kleinem Raum entgegen (Meine Nase ist groß und so empfindlich, so dass sie Nahrungsmittel auf weit entfernte Distanz zu orten vermag), die mich skeptisch gegenüber dem Beisitzen der später stattfindenden Lesungen der von mir geschätzten Twitterer @vergraemer & @silenttiffy machte. Der Umstand, dass viele der Anwesenden den lecker duftenden Zwiebelkuchen noch gar nicht erst genossen hatten, trug nicht zur Linderung dieser Bedenken bei.

      Der kleine Mann mit der großen Kamera ist mir währenddessen noch mehrmals über den Weg gelaufen und jedes Mal, wenn er mich zu Gesicht bekam, bildete ich mir ein, dass sich sein zu anderen Leuten freundlicher Blick zu einer sehr skeptischen und verkniffenen Miene wandelte. Als er dann auch noch die menschenleere eiskalte Dachterasse aufsuchte, als meine Begleitung und ich gerade von einer Zigarettenpause derselbigen wieder ins Innere des Kulturbunkers eintraten, obwohl sich dort keine weitere Person aufhielt (Anscheinend sind alle anderen Raucher zur Suchtbefriedigung runter vor die Tür gegangen) geschweige denn filmisch verwertbares Material befunden hatte, war ein unbehagliches Gefühl des Verfolgtwerdens da. Vielleicht wollte er auch nur die Gelegenheit nutzen, eine Zigarette zu rauchen oder wollte sich kurz an der frischen Luft ergötzen aber das Timing zu dem Zeitpunkt war so passend, dass ich fortan leicht paranoid auf alle mir entgegengehaltenen Aufnahmegeräte reagiert habe.

      Wieder unten angekommen begann gerade das Programm von Jan-Uwe Fitz besser bekannt als Taubenvergrämer und ich versuchte halb im Durchgang zum mittlerweile proppenvollen Vortragsraum stehend ohne Chance, einen Blick auf den Protagonisten werfen zu können, wenigstens den Worten zu lauschen. Seine Episode über die Kleptopedie (der zwanghaft mit den Füßen Klauende) machte mir ziemlich schnell bewusst, dass ich diese von ihm vorgetragenen Abstrusitäten in der Twitterwelt als mehrfach täglich auftretender 140-Zeichentweet sehr schätzte (und das nach wie vor tue) sie aber in Form eines längeren Vortrags vor Publikum eher als langweilig und gestellt empfand.

      Sehr gelegen kam dann der Höhepunkt des Abends, nämlich der Moment, indem ich die Schöpferin der gesamten ausgestellten Gemälde kurz persönlich begrüßen durfte. Sie schien sichtlich erfreut, mich anzutreffen, was mich wiederum erfreute, da ich trotz der Tatsache, als Numero 185 einer ihrer mittlerweile über 250 gemalten Follower zu sein, im Prinzip nur einer von über 5.500 Leuten bin, die ihr und ihren Tweets auf Twitter folgen und innerhalb des Twitterversums auch ein nur kleines Sternchen unter vielen vielen anderen darstelle.

      Nach einem kurzen Smalltalk über die Besuchermenge erklärte sie mir, dass das zu meiner Person erdachte Gemälde im Vortragsraum direkt vorne in der Höhe des Rednerpults stand und somit momentan noch nicht zugänglich war. Nach einem kleinen verdrehten Autogramm von ihr (Sie hat mein leeres Namensschild persönlich mit meinem Nicknamen verziert) hieß es dann warten, bis man den mittleren Raum der Vernissage zum Betrachten der Bilder betreten konnte. Persönlich bedankt habe ich Trottel mich in der kurzen Zeit natürlich auch nicht, was ich aber bald nachholen möchte, ehrlich!

      Nachdem der Taubenvergrämer um 21:00 Uhr sein Programm beendet hatte, war danach – entgegen des mir bekannten Programms – eine 30-minütige Pause veranschlagt. Dies gab nun allen Beteiligten die Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes etwas Luft (oder auch etwas zu trinken, rauchen, futtern) zu holen und somit leerte sich der bis dahin stets gefüllte Raum sehr schnell und man konnte nun endlich auch mit Muße einen Blick auf die im mittleren Abschnitt aufgehangenen Bilder werfen. Dort an derselben Wand wie die drei Twitterberühmtheiten @haekelschwein, @gebenedeite und @formschub hing dann auch meine Wenigkeit. Ein Anblick, der mich dann doch ein wenig stolz hat aus der Wäsche gucken lassen, da ich mit diesem Portrait ein Teil dieser tollen Ausstellung war. Da leider sämtliche Taschen der Fotografen und deren technisches Equipment passenderweise genau an dieser Stelle geparkt waren, gestaltete sich für mich die mehrfach an diesem Abend beobachtete Standardfotografie „User direkt vor dem dazugehörigen #immf“ etwas schwierig aber mit ein wenig formvollendeter Akrobatik ging das auch über die Bühne.

      Da die Lesung von @wortmax aus seinem kürzlich veröffentlichten Buch nun nach hinten verlegt worden war, hieß der nächste von mir neugierig erwartete Programmpunkt des Abends Alexandra Tobor a.k.a. @silenttiffy, die das zweite Kapitel ihres bis jetzt noch nicht veröffentlichten (weil sich eigentlich noch gerade in der Entstehung befindenden) Buches lesen wollte / sollte / musste (trotz sichtlicher Angeschlagenheit durch vorhergegangene Erkältung der Atemwege).

      Sehr amüsiert und wenn auch mit dem dazugehörigen Grad der Verständnislosigkeit bemerkten wir, dass der größte Teil, der nun leerstehenden Sitzgelegenheiten in typisch deutscher Manier akkurat mit Jacke, Pullover oder ähnlichen Kleidungsstücken als „reserviert“ markiert worden war, so dass wir uns entschlossen, im vorderen Bereich zwei freie Stühle als Sitzgelegenheit zu nutzen (natürlich nicht, ohne uns vorher zu vergewissern, dass diese nicht doch zufällig mittels eines Badelakens gekennzeichnet waren).

      Die Lesung der „Gräfin“ war sehr gut, wenn man auch die Thematik in der ein oder anderen Form bereits öfters gehört hatte, war der auf Twitter auch oftmals durchblitzende Schreib- und Erzählstil der Vorleserin dermaßen gut, dass ich gerne konzentrierter und aufmerksamer zugehört hätte. Der Konjunktiv an dieser Stelle verrät es bereits, dass dies nicht so einfach machbar war, denn die geballte offizielle und private Pressefront inklusive des kleinen Mannes mit der großen Kamera stand mit kompletter Ausrüstung bewaffnet strategisch gut positioniert hinter der Vortragenden und filmte, knipste, zoomte und blitzte immer wieder in Richtung Publikum. Dazu kamen noch die obligatorischen privaten Kameras, so dass wir uns zeitweise vorkamen, als wären wir und nicht die Ausstellung oder die in dem Moment vor dem Publikum sitzende @silenttiffy die Hauptattraktion.

      Obwohl das Programm zu dem Zeitpunkt noch nicht zu Ende war, ging es erst einmal raus aus diesem „Presseraum“ in den Ausstellungsraum Numero Uno Dort habe ich noch einen der wenigen Leute erkannt, von dem ich weiß, dass er meine Wenigkeit aus dem Twitterkosmos kennt und dessen Tweets ich auch immer mit Interesse lese. Nach einem kurzen Plausch mit dem für seine Panoramabilder bekannten @joshvonstaudach haben meine Begleitung und ich dann beschlossen, den Rest des Abends lieber in entspannter, kamera- und twitterloser Atmosphäre zu verbringen.

      Die Ausstellung gastiert ja noch länger in Köln und nächsten Sonntag, wenn als Programm das Malen für Kinder ansteht, werde ich zusammen mit meiner Kleenen auch nochmals die supernette Michaela von Aichberger und ihre tolle Ausstellung in Ruhe (sofern der Wirbelwind uns die Ruhe dazu lässt) besuchen.

      Mein Fazit:

      • eine sehr tolle Ausstellung mit einer wahnsinnig sympathischen Künstlerin.
      • ein sehr interessantes Rahmenprogramm, dem ich gerne mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
      • eine bunte Mischung aus normalen, komischen, interessanten und seltsamen Menschen.
      • eine Vernissage, bei der nicht die Kunst sondern die Besucher ein zentraler Bestandteil waren (was mich ein wenig irritiert aber nicht verwundert hat).
      • eine übernatürlich große Menge an Fotografen, Kameras und Leuten die unentwegt Bildern der Besucher anstatt der tollen Kunstwerke gemacht haben (welche der Grund für das frühzeitige Verlassen der Ausstellungsveranstaltung war)
      • die generelle Feststellung, dass Twitter zwar süchtig macht aber ich an einer Twitter-Community nur rudimentäres Interesse habe bzw. es meiner Ansicht nach für Twitter aufgrund der Vielfalt seiner User im Gegensatz zu vielen bereits gemachten Erfahrungen mit Chats, Foren und Browsergames in meinen Augen gar keine richtige Community geben kann und somit auch weder Zugehörigkeits- noch Ausgrenzungsgefühl.

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      Ein sich mit einem Erfahrungsbericht nach längerer Blogabstinenz mal wieder hier geäußert habender und dies zukünftig wieder ein wenig regelmäßiger vorhabender Ausserirdischer

      Twitterjuwelen – meine Favoriten – Teil 2 (Eintrag XXI)

      Posted in rechtsfreier Raum with tags , , on 15. Oktober 2009 by Shumway

      Hollera zusammen

      Nach längerer Zeit, wollte ich noch einmal ein paar Highlights aus meinen Twitterfavoriten hier festhalten.

      Wer Twitter nicht kennt und / oder weitere (ältere) Highlights lesen will, der möge zuerst hier nachlesen.

      Noch einige Bemerkungen vorweg.

      Die einzelnen Tweets dieser Sammlung sind allesamt aus dem Monat Juli ’09 oder noch älter.

      Da es gerade aus dem Bereich Alltagsbeobachtungen sehr viele Tweets (die auch komplett jünger als August ’09 sind) vieler unterschiedlicher Twitterer in meiner Liste vorhanden sind, habe ich diesen Bereich diesmal komplett weggelassen (klingt logisch, oder?), um ihm baldigst einen eigenen Blogartikel zu widmen (Jetzt klingt es aber wirklich logisch, oder? Oder?).

      Auch ohne die (älteren) Alltagsgeschichten und ohne die aktuellen 140-Zeichen-Geschichten in meiner Favoritenliste sind es diesmal weitaus mehr Zeilen als bei der Juwelenschau Teil1. Darum habe ich mich nicht auf 50 einzelne Geistesblitze beschränkt, sondern die meiner Meinung nach würdigsten Tweets aus dem Zeitabschnitt bis zum 01. August diesen Jahres (passend zu den hier vorgestellten Kategorien) von 50 verschiedenen Twitterern hier zusammengetragen.

      Wann die aktuellen Tweets der Favoriten-Liste ihren Weg hier in die Blogwelt schaffen liegt an der von mir erreichten Frequenz des Erstellens neuer Artikel.

      Getwitter über Twitter

      • Glotzen Eure Freunde eigentlich auch immer so blöde, wenn Ihr Eure Lieblingstweets erzählt?
      • Twitter ist bloggen für Blogger mit Sehnenscheidenentzündung.
      • Die Apocalypse ist nah, @Helmut_Lotti ist auf Twitter. o_O
      • Followfriday ist übrigens der Tag, an dem man neue Follower durch Empfehlung anderer bekommt und wieder verliert, sobald man etwas twittert
      • Wieso abonnieren mich eigentlich Porno-Fakeaccounts, sobald ich Gedichte verlinke? Ich bin gerade zartfühlend, ihr WICHSER!

      • Die ganzen Wichtigtuer, die nach dem Geschäftsmodell von Twitter fragen, sollen mir erstmal das von Opel erklären.

      Skurilles

      • Ich hab Ketchup in meiner Eule.
      • Zählt eigentlich bei „Stadt Land Scheidungsgrund“ beim Buchstaben „M“ in der Kategorie „sexuelle Vorlieben“ auch „Motherfucker“?
      • Muss mir eine Nagelschere kaufen: Werde langsam zu ungelenk, um mir die Fußnägel abzukauen. #dasAlter
      • kraule gerade eine schnurrende weiße Katze auf meinem Schoß… jetzt fehlt mir nur noch ein Todesstrahlelsatellit!
      • Merke: gut ausgeprägte Cellulitedellen schaffen Stauraum für Handy und Lippenstift und machen Handtaschen überflüssig.
      • hm, soll ich dem Blinden sagen, dass ihn sein Blindenhund gerade in den U-Bahn-Tunnel führt? Oder hört er das Kichern des Tieres selbst?
      • Drückerkollonen verteilen gar keine Unarmungen. Und sobald man ne Tür umarmt auf der DRÜCKEN steht wird man schief angekuckt. Herzlos!
      • Ich habe gerade anhand einer Formel, mit der man auch die Existenz Gottes nachweisen kann, herausgefunden, dass… ach egal.
      • Diese Unterhose macht so viele Comebacks – ich habe sie Barbra Streisand getauft.
      • Erste Erfolge als Sänger-Imitator:Linkes Nasenloch zuhalten-Green Day.Rechtes Nasenloch zuhalten-Placebo.Beide-Jan Delay
      • Da flog gerade ein warzenschweingroßes Insekt an meinem Ohr vorbei. Ich glaube, es hat gewunken.
      • Als Kind dachte ich, der Mond frisst die Sterne auf, heute weiß ich, dass LSD nichts für Kinder ist.
      • Merke: Unter der Dusche sollte man nie Geige spielen – die Notenblätter werden nass!
      • I am the God of Hellfire, and I bring you…Motten????
      • Autodiebstahl wird unmöglich, wenn man nach dem Parken das Benzin absaugt und in zwei großen Plastikeimern mit sich trägt.
      • irgendwie würd ich gern time machine und meine küche zusammentüdeln. ich weiss, dass es da mal einen zustand gab.. der..
      • Mein Früchtemüslihersteller beschäftigt Trompe-l’œil-Maler, die Holzspäne in Apfelstückchen umarbeiten. Deshalb war es wohl auch so teuer.
      • „Mein Kampfname ist der Lurchwürger von Wermelskirchen“, Klaus (18) onaniert aus     Zeitmangel immer zu Speed-Metal.
      • Die 327 blauen Flecken haben weder mit Tollpatschigkeit noch SM zu tun. Das ist Camouflage, damit ich im Dunkeln im Wald nicht so leuchte.
      • Gibt es denn Tiere, die Geschirr spülen? So ein Schimpanse vielleicht. Immerhin gibt es Lawinenhunde. Geschirr ist immer, Lawine nicht.
      • Himmel gelb und die Nachbarn nageln die Fenster zu. Den Schamanengrundkurs „Regenausdruckstanz mit Südfrüchten“ habe ich wohl bestanden.
      • Habe beschlossen, 16 Jahre vor meinem Tod mit dem Rauchen anzufangen. Hoffentlich ist es nicht schon zu spät, Rauchen verkürzt ja das Leben.

      Kalauer & Wortspiel

      • „Hot Chick Dude“… ahhh Brathähnchenverkäufer!
      • Filzstift, der = Jungpolitiker
      • Passanten aus dem zweiten Stock wahllos mit Frikadellen bewerfen: Russisch Boulette.
      • Der Tod ist die Endtäuschung des Lebens
      • Es gibt unschöne Szenen, wenn man sich beim Schäfchen- versehentlich einen Wolf zählt
      • Sie nannte es die Tetris-Lektion: Du kannst es drehen und wenden wie du willst, am Ende wirst du verlieren.
      • Man weiß nicht, wo man zuerst wegschauen soll.
      • Heute habe ich Schnitzel mit Spargel und Spiralnudeln in Sahnesoße gegessen. Ich fürchte, ich bin S-süchtig.
      • Ich muss der Wahrheit immer auf die Brüste starren.
      • Dies ist ein Augenblick von hysterischer Bedeutung.
      • „drei schritte vor und zwei zurück.“ – „ist das ein vorwurf?“ – „nein, tango.“
      • betretene minen.
      • Dieses Gezerre! Erst zieht der Tee, dann drückt die Blase. Und wieder von vorne. Und wieder und wieder.
      • Wahnsinn, wie schnell die Gegenwart zur Vergangenheit wird. Da, schon wieder!
      • fee getroffen, leider schwerhörig. statt zwei millionen in kleinen scheinchen, habe ich jetzt zwei melonen und kleine schweinchen.
      • alle alphabetisch angeordnet der deutschen eines Satzes sollten Sprache Vereinfachung werden Wörter Zur
      • Hmm… „Bären auf Binden“ ist eigentlich ne ’süße Idee‘ für Camilla und die Zielgruppe jener Frauen ab 35, die Stofftiere am Rucksack haben.
      • Erste Forderung der Kuschel-Aliens nach ihrer Landung: „Bringt mich zu eurem Anfühler!“
      • Muss man jetzt eigentlich auch als Verkehrspolizist Angst haben, dass man irgendwann auf der Straße steht?
      • Sommer ist wasserlöslich.
      • Obi-Wahn.
      • Menschen mit Resignationshintergrund.
      • Den toten Vogel frisst der Wurm
      • hirn, wirf gott vom himmel!
      • Abendbrotplanung abgeschlossen. Nach all den Fleischgelagen der letzten Tage mal was vegetarisches. Nehmen jetzt Hähnchen. Frisch gepflückt.
      • genie und wahnsinn liegen dicht beieinander – und was ist, wenn sie dabei liebe machen?
      • Like a surgeon, cut for the very first mime! (Absichtlich falsch mitsingen zwecks Indenwahnsinntreiben.)
      • Yes, wee kend!
      • Heute gelernt: Die Typen die in Tarnklammotten durch die Stadt rennen um aufzufallen werden passenderweise „OxyMorons“ genannt.
      • Schöner Autofahren dank Kunstrasen.
      • Der, den ich neben mir laufen habe, erzählt mir gerade, dass er einen neben sich laufen hätte, der einen neben sich laufen hat#wasn Gedränge
      • Habe mir eine Bad Bank gekauft. Der Spiegel hing zu hoch.
      • Ich trinke regelmäßig Phosphor, um meinen Mitmenschen ein leuchtendes Vorbild zu sein.
      • Little-known fact: every time Mariah Carey sings „I’ll Be There,“ she’s talking about an all-you-can-eat buffet.
      • Mühsam ernährt mich das Eishörnchen.
      • Meine Stärken: Aufzählungen
      • Grammatik gelernt bei Yoda du hast!
      • Keine Macht dem Dogen! (altes venezianisches Protestplakat)
      • Die Hornhautraspel funktioniert trefflich, mindert aber die Sehkraft.
      • Badspiegel falsch herum aufgehängt: sehe nur meinen Hinterkopf.
      • Wenn Puppen grillen: Barbiecue.
      • Kichererbsen und Weintrauben sind voll das Emo-Gemüse bzw Obst.
      • Befinde mich in einem Kaum-Zeit-Kontinuum.
      • Nach einigen englischen Bieren fühlt man sich plötzlich richtig ale-oquent.
      • Man soll nicht pessimistisch sein. Pessimismus hilft doch sowieso nicht!
      • „Du machst doch nie Komplimente.“ „Du bist ein aufmerksamer Beobachter.“ „Dank… Hey!“
      • Die neuesten Trends aus dem Baumarkt: Brett à porter.
      • „Hände hoch oder ich näh‘ Euch Mieder!“
      • Es besser wissen und doch nicht zu ändern, ist der Weg zur dunklen Seite der Machbarkeit mein junger Praktiwan!
      • Ich stehe schon den ganzen Tag neben mir, weil es hier nur einen Stuhl gibt.
      • <aamP> ich hab meine beiden goldfische „einer“ und „zwei“ genannt <aamP> wenn einer stirbt, hab ich immer noch zwei =)) #lol #fb
      • Die großen Themen unserer Zeit: Ich, Krieg, die Krise.
      • 69 ist eine Stellung, 68 nur ’ne Haltung.
      • Krass, mein Notebook hat eine Eurovision Song Contest Taste. #esc
      • Bett ➪ Bad ➪ Bus ➪ Bahn ➪ Büro ➩ Bahn ➩ Bus ➩ Bad ➩ Bett. Bullshit.

      Politik & Wirtschaft

      • Die Verleihung des hessischen Kulturpreises für Toleranz und Dialog scheitert an Intoleranz und Unfähigkeit zum Dialog der Preisträger.
      • Jedes Mal wenn Rüttgers „unscher schpetschiefischesch Schotschialschüschtem“ sagt, sollten 9 arbeitslose Logopädinnen Jobgarantien erhalten.
      • Der Papst hat ein gebrochenes Handgelenk? Naja, so ganz ohne Frau musste er sich ja irgendwie behelfen. Man soll’s halt nicht übertreiben!
      • 80% aller Fälle von Kindessmisbrauch finden innerhalb der Familie statt. Daher sollte der Zugang zu Familien erschwert werden. #zensursula
      • Ihr werdet euch noch wünschen wir wären Politikverdrossen.
      • Wenn man die Rotation Willy Brandts im Grab nutzbar machen würde, könnte man immerhin sagen, die SPD treibt erneuerbare Energien voran.
      • Nur weil jemand ohne Zögern in eine Krise geführt hat, heißt das nicht, dass er auch einen Weg heraus kennt. #CDU #SPD

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      Anmerkung zu den ganzen Tweets:
      Wie schon zuvor, habe ich auch diesmal die Tweets hier losgelöst von ihren Verfassern aufgelistet, um einfach die Aussage, weswegen hier ein Sternchen von mir gesetzt worden ist hervorzuheben. Die Originalzitate gibt es ja nach wie vor in meinen Twitterfavoriten.

      Hier zur Vollständigkeit eine Aufzählung mit allen an diesen oben genannten Zitaten beteiligten Leuten, inklusive dem Link zu dem jeweiligen Twitteraccount:

      343max, AdamsAlexander, Amaot, ausserirdischer, bit2bit, blogwart, booldog, DaggyO, derWebarchitekt, domfah, Epitymbidia, Euphoriefetzen, fakirsessel, fancyfranz, formschub, function, gebenedeite, haekelschwein, HappySchnitzel, herr_ad, HilliKnixibix, Ingeborch, joshvonstaudach, JoSilberstein, kcpr, litchi7, minouu, Mlle_Amandier, moeffju, Ninifaye, nudelzebra, quasseltwitte, quengelexemplar, ralfheimann, rawr_it, remark, schlenzalot, ScreenOrigami, silenttiffy, Sillium, sixtus, sportsguy33, StefanOsswald, stijlroyal, stricktier, the_maki, tochtervon, Vergraemer, wiejetztaber, xbg

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      ein nun die Links der einzelnen Twitterer aktualisiert und somit diesen Post nun auch endlich freigeben könnender Ausserirdischer

      Twitterjuwelen – meine Favoriten – Teil 1 (Eintrag X)

      Posted in rechtsfreier Raum with tags , , on 31. Juli 2009 by Shumway

      Hollera zusammen

      Twitter, immer wieder Twitter …

      Diese Mitmachwebplattform ist wohl der haupsächliche Grund dafür, dass ich hier gar nich so regelmäßig Sachen nierderschreibe, wie ich eigentlich möchte. Es ist einfacher ein paar Tweets als einen Blogeintrag zu verfassen. Warum? Die Zeichenobergrenze für die Twitternachrichten (die sogenannten Tweets), die noch einschränkender als bei einer normalen Kurzmitteilung vom Mobiltelefon aus ist, liegt bei maximal 140 Zeichen. Da hat man schnell mal ein paar Buchstaben getippt und erhält sogar noch recht schnelles Feedback.

      Allerdings liegt genau in dieser Zeichenbegrenzung nicht nur der Segen, sondern  auch der Fluch, mit dem Twitter-User zu kämpfen haben. Wer nämlich die Zeichengrenze überschreitet, müsste dazu zwei oder gar mehrere Nachrichten hintereinander posten. Dies ist theoretisch möglich, ist aber in den Augen von vielen Twitternden genauso sinnig, wie einer Person zwei aufeinanderfolgende SMS zum gleichen Thema zu schicken.

      Demnach liegt die Kunst darin, genau mit einem Tweet eine Aussage zu verfassen, die für sich alleine steht (Im besten Fall von anderen weiterverbreitet (Re-Tweet) und / oder als Favorit (Fav) markiert wird .
      Bedingt durch diese Problematik / Aufgabe wird an manchen Tweets sprachlich und hinsichtlich der Zeichensetzung so lange experimentiert und gefeilt, bis sie in das entsprechende Format gepresst sind. Erstaunlich ist, dass für die unterschiedlichen Bereiche des täglichen Lebens unter der Prämisse der 140 Zeichen so viele herrliche, und erhaltenswerte Tweets entstehen.

      Jeder Twitteruser hat die Möglichkeit, Favoriten anzulegen. Diese verniedlicht und verkürzt genannten Favs beinhalten also die persönliche Essenz der täglich bei seinem Account eintrudelnden Nachrichten. Da man selber bestimmen kann, welche Tweets einem als würdig genug erscheinen, um zu den Favoriten hinzugefügt werden, sehen diese Favoritenlisten bei den einzelnen Twitterusern sehr unterschiedlich oder bei ähnlichem Geschmack auch sehr gleich aus.

      Die einen packen sich politisch relevante Beiträge, Links zu Artikeln, Bildern oder Videos, Kochrezepte, Bilder, Prominews, Tiergeschichten, etc. in Ihre Liste, jedoch liegt mein Hauptaugenmerk beim Favorisieren hauptsächlich auf sehr lustigen Alltagsbeschreibungen. Kalauern, Wortspielen und Skurrilitäten bin ich auch nich abgeneigt. Da ich immer weiter Tweets zu meiner Favoritenliste hinzufüge, möchte ich hier den Blog nutzen, um abseits von Twitter auf einen Teil der älteren Perlen aufmerksam zu machen und sie somit zusätzlich zu archivieren.

      Genug getippt, hier nun ein Auzug (Teil 1 umfasst 50 meiner Lieblings-Tweets) aus meiner Favoritenliste:
      (Hinweis für Nicht-Twitter-User das Rautezeichen vor einem Begriff bezeichnet man als Hashtag (und Nein, das hat nicht mit zu legalisierenden Drogen zu tun). Mit Hilfe dieses Zeichen werden einzelne Tweets verschlagwortet. Beim Lesen einfach das #-Zeichen mit einem „zum Thema“ ersetzen)

      Politik & Wirtschaft

      • Nur weil jemand ohne Zögern in eine Krise geführt hat, heißt das nicht, dass er auch einen Weg heraus kennt. #CDU #SPD
      • 80% aller Fälle von Kindessmisbrauch finden innerhalb der Familie statt. Daher sollte der Zugang zu Familien erschwert werden. #zensursula
      • Die ganzen Wichtigtuer, die nach dem Geschäftsmodell von Twitter fragen, sollen mir erstmal das von Opel erklären.
      • Die Verleihung des hessischen Kulturpreises für Toleranz und Dialog scheitert an Intoleranz und Unfähigkeit zum Dialog der Preisträger.

      Kalauer & Wortspiel

      • meine mutter meinte, ich müsse mehr unter die leute. twittere jetzt aus dem keller.
      • Ich glaub‘, ich muss bald ein Visum bei der Hiobsbotschaft beantragen.
      • die erde ist eine scheiße.
      • „Die Zeit ist gekommen!“ „Schon wieder? Der Raum hat es echt drauf!“
      • „Es geht doch nichts über kaltes, klares Wasser.“ „Äh, doch! Jesus.“
      • Ich werde jetzt einen Fuß vor die Tür setzen. Vielleicht auch zwei, damit es nicht so albern aussieht.
      • Manchmal ist eine Demo nur einen Steinwurf entfernt.
      • Seltsames Gefühl, wenn man im Supermarkt Kondome kauft und an der Kasse gefragt wird, ob man Treuepunkte sammelt.
      • Schießen Indianerkinder eigentlich mit Veilchen?
      • Warum heißen grüne Oliven eigentlich grüne Oliven und nicht olive Oliven?
      • Mit der Zeiht gewöhnt man sich zu ser an die automaschite Rechtschreibkorekktur und vermist sie blötzlich…
      • Auf BR ein Film mit Gaby Dohm. Dohmsday.
      • Merke: „Tweed” vs. „Tweet” – eins davon ist ein Wollstoffgewebe.
      • Alles für ’n #apple und ’n #i heute.
      • heute nacht mit der taschenlampe auf der sonnenuhr nachgesehen, wie spät es ist. bin mir jetzt sicher: zeit ist relativ subjektiv.
      • den tag anprobiert. er ist mir ein bißchen zu groß. schlabbert um die hüften. muss unten gekürzt werden.

      Alltagsbeobachtungen

      • meine bisher so solide ordnungstechnik für wichtige unterlagen (ein stapel) stößt an ihre grenzen.
      • Der Zusatz all you can eat weckt immer den pac man in mir.
      • Sign that life might be handing me lemons: the direct-target ad on my gmail is for GetYourExGirlfriendBackdotcom.
      • „Buena Vista Social Club“-Nacht im Restaurant gegenüber. Klangholzspieler musiziert wie ein hackendudeldichter Buntspecht.
      • Das hat man nun vom flächendeckenden DSL in Deutschland: Man beschäftgit sich wieder mit der Familie.
      • dieser verdammt scheißstaubsauger. nur kurven im rohr. das ding soll saugen und nicht bei germanys next pornostar gewinnen.
      • Wenn ich einen Garten hätte, würde ich Fleisch grillen. Wenn ich einen Grill hätte. Und Fleisch.
      • Du weißt, dass 4.5 Stunden Schlaf zu wenig sind, wenn Du mit der Mülltüte in der Hand vorm Bäcker stehst.
      • Seit 3 Tagen nicht rasiert,trotzdem kein Barthaar.Waren die letzten 20 Jahre tägl.Rasur überflüssig?Stünde dann heute finanziell anders da
      • Seit heute stolze Besitzerin einer riesig hohen Palme. Wer schenkt mir die passende Insel? Wir drei würden sicher gut harmonieren…
      • unter dreißigjährige, die eberhard heißen, waren sicher keine wunschkinder.
      • Schock, das Dschungel Camp wird gestrichen, Grund dafür ist wohl, die Kakerlaken, Spinnen und Schlangen haben sich vor den „Stars“ geekelt
      • Entweder kommen alle zu spät oder ich sitze in der falschen Kneipe.
      • Es gibt kaum etwas, das Frauen so nervt, als Männer, die ihnen auf die Brüste starren. Außer: Männer, die das nicht tun. #dilemma
      • warum müssen alle immer vom wochenende erzählen? bin ich in der grundschule? bilde doch mitdir selbst einen stuhlkreis und erzähls der wand.
      • Die intellektuelle Elite wird geschlossen zu Jammerlappen, sobald es heiß oder kalt ist oder Regen fällt oder es windig ist. #Wettertweets
      • Tages-Zitat: „90 people get the swine flu and everybody wants to wear a mask. A million people have AIDS and no one wants to wear a condom.“
      • Kann mal bitte jemand das Verbindungskabel zwischen dem Wetter und meiner Laune durchschneiden?
      • Ist es ein Zeichen von Schwäche, wenn einem ein Stück Knoblauch (geschält) im Ohr klebt?

      Skurriles

      • Ich wäre gerne ein verrückter, schwuler, genialer Wissenschaftler. Dann könnte ich mich jetzt klonen und mit mir selber schlafen.
      • Habe gerade die Braut des Satans kennen gelernt. Sehr charmante Frau. Hoffe nur, Ihr angehender Gatte ist nicht eifersüchtig.
      • Morgen kauf ich mir einen Pixel aus Plüsch und setz ihn auf mein Sofa. : -)
      • Die Stubenfliege macht heute meine Arbeit, während ich brummend durchs Zimmer fliege. Gefällt uns beiden, dieser Perspektivwechsel.
      • Bemerkte gerade, dass mein vermeintlicher Badspiegel ein Fenster nach nebenan ist und ich beim Rasieren stets den Nachbarn anstarrte.
      • Weisheit aus Yiqanuc: „Ko muhuhok na mik aqa nop“ = Wenn es Dir auf den Kopf fällt, weißt Du, dass es ein Felsblock ist. Wie wahr…
      • Geh nicht weg – wir haben die selbe Blutgruppe
      • Oft schnarche ich so rhyhthmisch, dass ich nicht anders kann, als aufzustehen und zu tanzen.
      • Im Käfig werden Hamster nur drei Jahre alt. Länger halten sie sich im Gefrierfach.

      Frage & Antwort

      • deoquest: wonach riecht AXE des bösen?
        Nach 8x4nedschad?
      • Ballack ist zurückgerudert? Ich denk der spielt Fussball?!)
        Fußball ist wie Rudern, nur ohne Würfel…

      Anmerkung zu den ganzen Tweets:
      Ich hab die Verfasser der jeweiligen Zeilen absichtlich nicht genannt. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich mit fremden Lorbeeren schmücken möchte, sondern dass ich die Aussage des Tweets alleine für sich stehen lassen wollte. Nichttwitterernden Lesern hier ist es eh egal, von wem die einzelnen Tweets stammen und aktive Twitteruser kennen diese Zitate selber oder können sich gerne die Originalversionen in meinen Favoriten durchlesen.

      Hier zur Vollständigkeit eine Aufzählung mit allen an diesen oben genannten Zitaten beteiligten Leuten, inklusive dem Link zu dem jeweiligen Twitteraccount:

      AllesRoger, Auktionsmacher, ausserirdischer, DaggyO, das_Vakuum, depechka, DelaRocka, DonDahlmann, elsebuschheuer, formschub, Frau_Elise, function, frank93, gebenedeite, germanpsycho, gr4y, haekelschwein, Ingeborch, jawl, katjaberlin, litchi7, luzilla, mittelalt, moeffju, neuezukunft, nic_west, Nilzenburger, nudelzebra, paulthenshirley, PickiHH, ralfheimann, robertocapitoni, ScreenOrigami, sixtus, spreeblick, stricktier, tristessedeluxe, Vergraemer

      ein sich fürs Erste genug mit Blog und Microblogging à la Twitter herumgeschlagen und beschäftigt habender und daher nun ins Wochenende verschwindender und das sogenannte „Real Life“ erkunden und genießen werdender Ausserirdischer

      Das Twitter-Phänomen (Eintrag II)

      Posted in rechtsfreier Raum with tags , on 21. Juni 2009 by Shumway

      Hollera zusammen,

      dierekt vorweg, bevor es zu Mißverständnissen kommt: Hier geht es nich um eine Abhandlung übber Twitter odder um eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem (Un)Sinn dieses Dienstes, sondern um meine Sichtweise zum Thema Followinger vs Follower (Ich bitte, mir diese englisch klingenden, gewählten Bezeichnungen zu verzeihen).

      Daher müssen alle hier Lesenden, die mit dem Wort Twitter nichts anfangen können, sich an anderer Stelle schlau machen, was es mit Twitter auf sich hat (und mir freundlicherweise eine Information zukommen lassen – da der Weg via Twitter logischerweise nich in Frage kümmt – wie sie denn bis zu diesem Artikel gelangt sind).

      Generell:

      Ich bin nun seit Beginn diesen Jahres bei Twitter angemeldet (Hier erfahrt Ihr mehr dazu), habe jedoch erst in den letzten Wochen ernsthaft die 140-Zeichenfolge als Kommunikationsmöglichkeit entdeckt. Mit dem Entdecken von Twitter geht auch das Auffinden und Entdecken von Twitternutzern einher. Es gibt nichts, worübber nich gezwitschert wird. Es gibt ne Menge informatives, lustiges, verstörendes, hilfreiches, langweiliges und störendes Zeugs zu entdecken.

      Wer seine Tweets nich schützt, der ist theoretisch unter der eingetragenen URL für alle Welt auffindbar. Alle geistigen Ergüsse sind für jedermann (auch für Nicht-Twitter-Nutzer) nachlesbar. Möchte man nun nich jedesmal die entsprechende URL aufrufen, unter der sich die ganzen Tweets einer Person finden und ist man selber Twitter-User, kann man den Leuten, die man lesenswert findet, auch folgen und die entsprechenden Nachrichten abonnieren. Man ist nun aktiv Followinger des ausgesuchten Users und passiv für diesen ein neuer Follower. Und hier startet das Dilemma / eine Twitterlogik, die sich mir nich erschließen will (Ich bin übrigens nich der einzige, der darübber nachdenkt. Stein des Anstoßes für diesen Artikel hier war der folgende von @mittelalt, ein von mir geschätzter Twitterer, der sich in seinem Blog mit dem followerfriday auseinander gesetzt hat).

      Das Phänomen:

      Es gibt Leute, die folgen mehreren Tausend anderen. Wie funktioniert das? Die können doch nich ernsthaft die Tweets von einer vierstelligen Personenanzahl im einzelnen nachlesen (Ich folge derzeit 50 Usern und selbst hier kommen zu Stoßzeiten Nachrichten im Sekundentakt hereingeflattert). Ergo stellt sich mir die Frage, warum folgen die diesen Leuten übberhaupt?

      Die einzige logische Antwort wäre, dass diese Leute selber gerne so viele Follower wie möglich hätten und diese dadurch erhalten wollen, indem sie mehr odder weniger willkürlich vielen Leuten folgen (ohne sich eigentlich dafür zu interessieren, was diese Leute zu sagen haben), nur um im Gegenzug (frei nach dem bekannten „eine Hand wäscht die andere“-Prinzip) diese Leute als Follower für den eigenen Twitteraccount zu gewinnen (zu generieren trifft es bei manchen wohl eher) .

      Warum das so ist? Es scheint ein menschliches Phänomen zu sein, sich übber eine zählbare Einheit, bzw. deren Größe zu definieren und sich voneinander zu differenzieren. Natürlich erhalten stetig „gute“ und aktive Twitterer im Laufe der Zeit immer mehr Zuspruch und eine ansehnliche Verfolgerschar, jedoch weiß auch jeder, der des logischen Denkens fähig ist, dass der Umkehrschluss, die Größe einer Herde sage etwas übber die Qualität des Schäfers aus, ziemlicher Bödfug is.

      Es soll sogar Leute geben, die einen Zweit-Account besitzen, mit dem sie dann qualitativ hochwertigen Usern folgen, während der Erstaccount dazu da ist, ein Horde von Verfolgern um sich zu scharen. Dies ist in meinen Augen genauso sinnig, wie die Anschaffung eines Zweitwagens für Alleinstehende.

      Ich handhabe es mit dem Verfolgen bei Twitter bislang wie folgt:

      Ich folge Leuten, die ich schätze, bzw. deren Gezwitscher mich erheitert, infomiert, interessiert. Ich freue mich übber jeden neuen Abonnenten meiner 140-Zeichen-Gedanken und schaue mir deren Tweets auch in regelmäßigen Abständen immer wieder an. Bei Twitterern, die (mir) empfohlen (meistens am sogenannten followfriday) werden, lese ich mit Interesse deren letzte Tweets und durchforste deren Favorites, um mir ein Bild übber die Person und die von ihr angesprochenen und favorisierten Themen zu machen und entscheide dann, ob ich sie in mein Portfolio von abonnierten Usern mit aufnehme odder nich.

      Das Nichtaufnehmen ist jedoch kein Zeichen für Unsympathie, sondern zumeist ein eher abwartender Prozess, da man in der Regel ja nich nach dem ersten Eindruck handeln (und demnach auch nich folgen) soll. Selbst einem sehr lieben Menschen, der mir folgt abber selber hauptsächlich und oft übber Themen twittert, die mich persönlich nich tangieren (Systemadministration, Das Liebesleben von Zwergkaninchen, etc.) werde ich nich folgen, da ich diese Tweets in meiner Timeline eh übberlesen werde.

      In letzter Zeit habe ich zwei Follower dazugewonnen, die ihrerseits ihre Tweets als „privat“ gekennzeichnet haben. Dies finde ich nich schlimm abber ein wenig verwirrend, da ich im Grunde genommen nich weiß, wer mir da folgt. Da hier die einzige Möglichkeit, eine Einsicht in deren Gezwitscher zu erhalten, eine Anfrage / Bitte um Freigabe ist, die damit einhergeht, dass ich diesen Personen folgen muss, um zu wissen, was sie so von sich geben, fällt hier die Wahlmöglichkeit des Folgens- odder Nichtfolgens aus meiner Sicht von vorneherein weg.

      Bei Leuten, die einen reinen Spam-Account haben odder die sehr offensichtlich darauf aus sind, so viele Follower wie möglich zu generieren, entscheide ich mich meist zwischen direktem Blocken (Mein Lieblingskandidat ist übrigens „Britney Fucked Vids“, den ich bereits unter diversen Usernamen auf die geblockte Liste geschoben habe) und Abwarten (Mal sehen, wie lange der mir folgt, obwohl ich nich zurückfolge).

      Fazit:

      Ich werde weiter twittern und Leuten folgen, deren twitterischen Ergüsse ich als lesenswert erachte. Des Weiteren freue ich mich logischerweise, wenn andere User mir folgen odder mich gar als folgenswert empfehlen. Dennoch, ist es nich mein Ziel als Twitterer, so viele Follower wie möglich zu erhalten, sondern weiterhin mit Hilfe der 140-Zeichen-Nachrichten relevantes, skurilles, erheiterndes und interessantes zu erfahren und meinen Beitrag zu leisten, ein paar für andere nützliche Tweets zu verfassen.

      ein sich nun mal widder nach diesem Wust an Zeichen den kurzen Nachrichten in der Twitterwelt widmender Ausserirdischer