Archiv für meinereiner

Tausend Mal probiert… (Eintrag XXVII)

Posted in Allgemein (bzw. noch nicht zugeordnet) with tags , , , on 25. März 2010 by Shumway

Hollera zusammen,

eigentlich sollte hier nun auch ein Nachbericht über das „Blood Red Shoes“-Konzert vom Dienstag im Kölner Gloria-Theater stehen aber ich habe es mal wieder nicht geschafft, die in meinem Kopf dazu vorhandenen Zeilen über meine Finger hier in dieses Blog fließen zu lassen.
Ich hoffe, ich werde dies nachholen und mich mit der jetzigen Ankündigung etwas unter Druck setzen, dieser Ankündigung auch Worte folgen zu lassen.

Bevor ich allerdings endlich wieder anfange Texte zu verfassen, welche die 140-Zeichengrenze locker überschreiten, möchte ich noch etwas loswerden (was mich dann auch wieder gekonnt mit einer leicht gestellt wirkenden Überleitung zum Titel dieses Artikels zurückbringt).
OK, der Titel ist vielleicht ein wenig irreführend, vor allem, da es sich nur um die Hälfte von tausend Malen handelt.

Es tut mir leid. Ehrlich!

Rund 500 Besuche und ebenso viele aufgerufene Artikel.

Ich möchte mich bei allen Lesern dieses Blogs entschuldigen, sowohl bei den neuen Erstbesuchern, die verwundert feststellen müssen, dass in diesem Jahr noch kein einziger Artikel von mir verfasst und veröffentlicht worden ist als auch (und vor allem) bei den wenigen regelmäßigen Besuchern und Abonnenten, die trotz eines Quartals ohne Änderungen im stetigen Turnus Interesse zeigen, den Weg hierher auf sich nehmen und dann (eventuell verwirrt oder gar enttäuscht) wieder weiterziehen müssen.
Auch wenn es sich hierbei um ein kleines Logbuch mit überschaubar wenigen Einträgen handelt und ich die ganzen Zeilen hier auch hauptsächlich für mich tippsel, fühle ich mich ein bisschen verantwortlich gegenüber den Leuten, die hin und wieder hier reinschnuppern.
Ich versuche, mich daher zu bessern und das Blog hier nicht noch einmal fast 3 Monate lang brach liegen zu lassen.

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ein sich mit diesem Artikel zurückmeldender und sich für weitere Einträge vor sich selber und den hier Lesenden motivierender Ausserirdischer

Mein erster Jahresrückblick (Eintrag XXVI)

Posted in Hölzernes Allerlei with tags , , on 31. Dezember 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

auch wenn Großmama Shumway zu sagen pflegte „Schaue nie zurück, Du ersparst Dir den Blick ins Chaos“ möchte ich als Fragebogenfan und kleiner Listenfanatiker und als Neuling unter den Ab-und-An-Bloggern auch mal einen Jahresrückblick veröffentlichen.

Here we go:

1. Zugenommen oder abgenommen?

Mit einigen kleineren Schwankungen ein wenig zugelegt im Vergleich zum letzten Jahr

2. Haare länger oder kürzer?

Nach längerer Zeit der langen Haare und eintretender Langeweile ob der Frisur musste der Zopf mal wieder ab und einer Kurzhaarfrisur weichen.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Unverändert, sowohl was die Sehstärke als auch die kurzsichtige Fähigkeit zur Weitsicht angeht.

4. Mehr Kohle oder weniger?

Nach einem finanziellen Katastrophenjahr zum Ende hin ein Lichtblick und versöhnlicher Jahresausklang.

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

Einfache Mathematik: Wer weniger hat, kann nicht mehr ausgeben.

6. Mehr bewegt oder weniger?

Alles in allem faul mit guten Tendenzen, der Faulheit ab und an eins auszuwischen (Fahrradfahren im Sommer und allgemein auch schon einmal längere Strecken (auch ohne Ziel) zu Fuß zurückgelegt.

7. Der hirnrissigste Plan?

Bei -17 Grad mit dem Auto knapp 75km zum Einkaufen über die Grenze zu fahren.

8. Die gefährlichste Unternehmung?

Das Betreten mehrerer Kinderspielplatzgerätschaften ohne ein vorher absolviertes Aufwärmprogramm.

9. Der beste Sex?

Der, bei dem noch eine weitere Person beteiligt war.

10. Die teuerste Anschaffung?

Ich geh nicht anschaffen und da ich kein Geld hatte, mir großartig etwas teures zu gönnen war wohl die Summe der durchgeführten Autoreparaturen das Unternehmen 2009, was am meisten Kohle verschlungen hat.

11. Das leckerste Essen?

Eine ganze Menge an selber zubereiteten Köstlichkeiten gab es dieses Jahr, von denen die Gerichte, die man nicht alleine fabriziert hat am leckersten waren. Auzugsweise zu nennen wären da ein Red Snapper, selbstgemachte Eintöpfe, Chicken Drum Sticks und noch vieles vieles mehr

12. Das beeindruckendste Buch?

Am meisten beeindruckend fand ich, dass ich vor allem zu Beginn des Jahres sehr viel Zeit mit Lesen verbringen konnte. Sehr positiv in Erinnerung ist mir die 4-teilige Saga „Das Geheimnis der großen Schwerter“ von Ted Williams geblieben, weil es dieser Autor im Gegensatz zum vielgelobten Tolkien auch bei einem Epos von 4.000 Seiten schafft, eine spannende Story aufzubauen und ohne Längen zu Ende zu führen.

13. Der ergreifendste Film?

Nicht ergreifend aber herausragend als Seherlebnis war Coraline als 3D-Version, da ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Spezialbrille beim Schauen eines Film getragen habe.

14. Die beste CD?

Auch 2009 kam nichts an die genialen Alben von TOOL heran. Aufgrund finanzieller Engpässe und kritischer Meinung zu neuen Veröffentlichungen gab es eh keine neuerworbenen Tonträger.

15. Das schönste Konzert?

Das Area 4-Festival, dem ich hier eine eigene Kategorie gewidmet habe.

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?

Arbeitssuche und sinnlosem Zeitvertreiben (Twittern, Zocken, Schlafen, etc).

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?

denjenigen, die vor allem an den Wochenenden Zeit für mich hatten und diese gemeinsam mit mir verbracht haben.

18. Vorherrschendes Gefühl 2009?

Langsam wird es wirklich Zeit, dass sich etwas tut.

19. 2009 zum ersten Mal getan?

  • mich arbeitssuchend gemeldet. Ganz und gar nicht schön.
  • mich beim Arbeitsamt wieder abgemeldet (Das war hingegen richtig schön)

20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?

  • Leute getroffen, die schon fast aus dem Dunstkreis verschwunden waren.
  • Eine neue Internetsucht (Twitter) entdeckt.
  • Geld gespart

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

  • Monate ohne vernünftiges Einkommen
  • Bevormundung und Paranoia durch Vater Staat (Impfpflicht, Antiraucher-Kampagnen, Freiheitseinschränkung im Namen der Sicherheit, Alkoholaussschankverbot in Tankstellen, etc.  etc.)
  • TüV-Termin fürs Auto

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Ich. Diverse Arbeitgeber habe ich versucht, von mir zu überzeugen und letzten Endes hat mich dann auch endlich jemand verstanden.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Ich bin nicht gut darin, Geschenke zu machen, schon eher liegen mir einige Kleinigkeiten  und winzige Aufmerksamkeiten. Genrell kann sowieso nur die beschenkte Person kann sagen, ob dass was ich verschenkt habe, schön war oder nicht.

24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Mir wurden in diesem Jahr eine ganze Menge schöne Geschenke gemacht, dass ich keines nun explizit herauspicken möchte, wobei sich die selbstgemachten Geschenke doch eine extra Erwähnung verdient haben. Allerdings ist das schönste Geschenk (ein immaterielles), dass mir jemand die Möglichkeit gegeben hat, immer noch so zu sein, wie ich bin.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Könnten Sie es einrichten, dass Sie am Montag bei uns anfangen?“

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

*ditsch*

27. 2009 war mit einem Wort …?

bescheiden

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Das neue Jahr kann nur besser werden oder zumindest so gut bleiben, wie das alte aufgehört hat. In diesem Sinne, lesen wir uns hier nach dem Jahreswechsel wieder.

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ein sich ohne besonderen Vorsätze fürs neue Jahr von allen Mitlesern verabschiedender und sich schon auf die Wiedersehensfeier im nächsten Jahr freuender Ausserirdischer

Besuch der @Frauenfuss-Ausstellungseröffnung (Eintrag XXIV)

Posted in rechtsfreier Raum with tags , , , , , , , on 15. Dezember 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

nach ewiger Zeit habe ich mich endlich mal wieder durchgerugen, einen Artikel nicht nur stichpunktartig irgendwo zu vermerken oder im Kopf zu formulieren, sondern tatsächlich zu… Papier(?) oder besser gesagt zu internetfähigen Bits und Byte zu verwurschteln und nun frage ich mich, ob ich den Artikel nun auch veröffentlichen soll oder es einfach sein zu lassen. Da ich aber nach langer Zeit endlich über die größte Hürde des Bloggens für mich hinaus bin (Das sich an den Rechner setzen und den Artikel zu tippen), werd ich nun auch weitermachen.

Die talentierte Grafik Designerin Michaela von Aichberger, die in der Twitterwelt jedem unter dem Namen @Frauenfuss bekannt ist, hat ihr anfängliches Spaßprojekt „Ich male meine Follower“ oder in für Twitter typischen verkürzten Schreibweise mit Hashtag #immf genannt soweit gebraxcht, dass sie damit nun Ausstellungen in ganz Deutschland beehrt. Nach der Premiere in Nürnberg, darf sich nun die Stadt Köln loben, für die nächsten Tage Herberge eines interessanten Internet-Kunst-Projekts zu sein.

Den Berichten aus Nürnberg zu Folge, war die Veranstaltung dort ein voller Erfolg, also haben wir uns zu zweit auf den Weg Richtung Köln Mühlheim gemacht, um uns ein Bild von den Bildern und der Veranstaltung zu machen. In erster Linie wirklich, um die schon so oft im Netz bewunderten Bilder endlich einmal live zu sehen. Da ich selber auch das wahnsinnige Glück hatte, von der Künstlerin mit einem #immf-Portrait geehrt worden zu sein, war die Neugierde natürlich auch sehr groß, wie das mir gewidmete Bild aussieht, neben wem ich da so an der Wand hänge und ein wenig hegte ich auch die Hoffnung, die Künstlerin zu treffen und ein paar Minuten ihrer Zeit zu stehlen, um mich persönlich für die Zeichnung ihrer Vorstellung meines Twitter-Ichs zu bedanken. Das Treffen weiterer Twitterer war im Bereich des Möglichen aber im Rahmen der Veranstaltung von meiner Seite aus kein Grund mich auf den Weg dorthin zu machen.

Als wir den Wagen vor dem Kulturbunker in einer Parklücke unter bringen konnten, der erste Schock: Einige dubiose Gestalten in glänzenden Anzügen, mit Schlips und Slippern waren dort versammelt und man stellte sich die erste bange Frage, ob man zur einer Vernissage-Eröffnung mit kaputter Jeans und T-Shirt nicht zu underdressed sei und auffallen würde wie ein bunter Hund. Nuja, als Person, die nicht von dieser Welt stammt, ist man einiges gewöhnt, was das Hervorheben und Auffallen innerhalb größerer Menschenmassen angeht, so dass man sich dann nach einer letzten Zigarette im arschkalten trockenen Kölner Wetter auf den Weg ins Innenleben des würfelförmigen Veranstaltungsgebäube begab.

Die erste Erleichterung kam dann, als man sich dem Obergeschoss näherte und das Styling der dort im Vorraum versammelten Leute darauf schließen ließ, dass man in dem gewählten Standard-Outfit nicht auffiel wie ein bunter Hund (Da ich die dubiosen Gestalten vom Parkplatz während der Veranstaltung im 1, OG rechts nicht ein weiteres Mal gesichtet habe, denke ich, dass diese glücklicherweise für alle Anwesenden einer anderen Feierlichkeit zugehörig gewesen sind.)

Die Aufteilung der Galerie in drei parallel angeordnete Räume mit jeweils den Seitenwänden voller wunderschön gerahmter #immf-Bilder war an sich nicht verkehrt. Jedes der zahlreich aufgehängten und herrliche gerahmten Büchlein hinter Glas kam so sehr gut zur Geltung und konnte in Ruhe begutachtet werden, wenn ich es auch befremdlich fand, dass es einige Leute für praktisch hielten, sich mit ihren Sitzgelegenheiten direkt vor die Kunstwerke zu pflanzen, so dass einem das Betrachten von Details einzelner Ausstellungsstücke nur möglich war, wenn man seine Körpermitte auf Tuchfühlung mit den Gesichtern der dort Hockenden brachte. Wer weiß, vielleicht war dies aber auch eine von mir missverstandene Weise, Kontakte zu knüpfen.

Nach vorsichtigem Schlendern durch den ersten Raum und Sichten einiger weniger bekannter Gesichter (Ich folge bei Twitter gerade mal 100 Leuten und lese bei einigen noch quer, ohne zu folgen. Da sich diese Hundertschaft aus dem gesamten Raum unseres Landes und darüber hinaus noch aus einigen Österreichern und Leuten von Übersee zusammensetzt, ist die Chance, in Köln jemanden zu treffen, dem man folgt relativ gering und die Chance, sogar jemanden zu treffen, der gleichzeitig meine Tweets auf Twitter abonniert hat, ist noch geringer.

Meine Hauptintention lag aber wie eingangs erwähnt nicht darin, möglichst viele Leute zu kennenzulernen, sondern eher darin, die Ausstellung an sich und somit die ausgestellten Bilder an sich aus nächster Nähe zu betrachten und einigen der auftretenden Vorlesern zu lauschen.

Da wir um kurz vor acht angekommen waren und @dergrob gerade seinen Vortrag begonnen hatte, war eine Sichtung der im mittleren Raum (welcher mit Stühlen und Bänken ausgestattet als Vortragsraum auserkoren war) hängenden Bilder nicht möglich.

Trotz des großen Andrangs an Publikum vor den Durchgängen und innerhalb des mittleren Raumes schafften wir eine Überquerung und landeten im dritten zu dem Zeitpunkt überraschenderweise vollkommen leeren Raum und konnten uns in Ruhe an den aufgehängten Stücken und den an den Kopfenden platzierten Sammlungen ergötzen. Da ich eine HD-Videokamera mitgenommen hatte, um ein paar der Bilder (und logischerweise mein eigenes) für das persönliche Archiv zu filmen, nutzte ich hier die Gelegenheit, dieses zu tun und bekam aber leider dank der auf den mittleren Raum zugeschnittene Akkustik von der ersten Lesung so gut wie nichts mit.

Wovon ich auch nichts mitbekommen hatte, war der kleine Mann (Ja, ich darf klein sagen, denn Leute, die mich in puncto Körpergröße nicht überragen sind spärlich gesäht) mit der großen Kamera (Ja, die Kamera war groß und sah nach professioneller Fernsehausrüstung aus), der mich beim Filmen der Ausstellungsstücke mit seiner Kamera minutenlang verfolgte, filmte und dabei laut Augenzeugen einen missbilligen Blick aufgesetzt hatte, als würde er mich der Industriespionage verdächtigen.

Leider konnte ich das mir gewidmete #immf-Bild auch im dritten Raum nicht entdecken, so dass ich – sollte es tatsächlich ausgestellt worden sein – wohl nur im Vortragsraum fündig werden konnte.

Beim nochmaligen Durchqueren dieses Raumes zwecks Einlegen einer Raucherpause auf der Dachetage, schlug uns ein Mief eine recht interessante Mischung der verschiedensten Duftnoten der vielen anwesenden Leute auf relativ kleinem Raum entgegen (Meine Nase ist groß und so empfindlich, so dass sie Nahrungsmittel auf weit entfernte Distanz zu orten vermag), die mich skeptisch gegenüber dem Beisitzen der später stattfindenden Lesungen der von mir geschätzten Twitterer @vergraemer & @silenttiffy machte. Der Umstand, dass viele der Anwesenden den lecker duftenden Zwiebelkuchen noch gar nicht erst genossen hatten, trug nicht zur Linderung dieser Bedenken bei.

Der kleine Mann mit der großen Kamera ist mir währenddessen noch mehrmals über den Weg gelaufen und jedes Mal, wenn er mich zu Gesicht bekam, bildete ich mir ein, dass sich sein zu anderen Leuten freundlicher Blick zu einer sehr skeptischen und verkniffenen Miene wandelte. Als er dann auch noch die menschenleere eiskalte Dachterasse aufsuchte, als meine Begleitung und ich gerade von einer Zigarettenpause derselbigen wieder ins Innere des Kulturbunkers eintraten, obwohl sich dort keine weitere Person aufhielt (Anscheinend sind alle anderen Raucher zur Suchtbefriedigung runter vor die Tür gegangen) geschweige denn filmisch verwertbares Material befunden hatte, war ein unbehagliches Gefühl des Verfolgtwerdens da. Vielleicht wollte er auch nur die Gelegenheit nutzen, eine Zigarette zu rauchen oder wollte sich kurz an der frischen Luft ergötzen aber das Timing zu dem Zeitpunkt war so passend, dass ich fortan leicht paranoid auf alle mir entgegengehaltenen Aufnahmegeräte reagiert habe.

Wieder unten angekommen begann gerade das Programm von Jan-Uwe Fitz besser bekannt als Taubenvergrämer und ich versuchte halb im Durchgang zum mittlerweile proppenvollen Vortragsraum stehend ohne Chance, einen Blick auf den Protagonisten werfen zu können, wenigstens den Worten zu lauschen. Seine Episode über die Kleptopedie (der zwanghaft mit den Füßen Klauende) machte mir ziemlich schnell bewusst, dass ich diese von ihm vorgetragenen Abstrusitäten in der Twitterwelt als mehrfach täglich auftretender 140-Zeichentweet sehr schätzte (und das nach wie vor tue) sie aber in Form eines längeren Vortrags vor Publikum eher als langweilig und gestellt empfand.

Sehr gelegen kam dann der Höhepunkt des Abends, nämlich der Moment, indem ich die Schöpferin der gesamten ausgestellten Gemälde kurz persönlich begrüßen durfte. Sie schien sichtlich erfreut, mich anzutreffen, was mich wiederum erfreute, da ich trotz der Tatsache, als Numero 185 einer ihrer mittlerweile über 250 gemalten Follower zu sein, im Prinzip nur einer von über 5.500 Leuten bin, die ihr und ihren Tweets auf Twitter folgen und innerhalb des Twitterversums auch ein nur kleines Sternchen unter vielen vielen anderen darstelle.

Nach einem kurzen Smalltalk über die Besuchermenge erklärte sie mir, dass das zu meiner Person erdachte Gemälde im Vortragsraum direkt vorne in der Höhe des Rednerpults stand und somit momentan noch nicht zugänglich war. Nach einem kleinen verdrehten Autogramm von ihr (Sie hat mein leeres Namensschild persönlich mit meinem Nicknamen verziert) hieß es dann warten, bis man den mittleren Raum der Vernissage zum Betrachten der Bilder betreten konnte. Persönlich bedankt habe ich Trottel mich in der kurzen Zeit natürlich auch nicht, was ich aber bald nachholen möchte, ehrlich!

Nachdem der Taubenvergrämer um 21:00 Uhr sein Programm beendet hatte, war danach – entgegen des mir bekannten Programms – eine 30-minütige Pause veranschlagt. Dies gab nun allen Beteiligten die Möglichkeit, im wahrsten Sinne des Wortes etwas Luft (oder auch etwas zu trinken, rauchen, futtern) zu holen und somit leerte sich der bis dahin stets gefüllte Raum sehr schnell und man konnte nun endlich auch mit Muße einen Blick auf die im mittleren Abschnitt aufgehangenen Bilder werfen. Dort an derselben Wand wie die drei Twitterberühmtheiten @haekelschwein, @gebenedeite und @formschub hing dann auch meine Wenigkeit. Ein Anblick, der mich dann doch ein wenig stolz hat aus der Wäsche gucken lassen, da ich mit diesem Portrait ein Teil dieser tollen Ausstellung war. Da leider sämtliche Taschen der Fotografen und deren technisches Equipment passenderweise genau an dieser Stelle geparkt waren, gestaltete sich für mich die mehrfach an diesem Abend beobachtete Standardfotografie „User direkt vor dem dazugehörigen #immf“ etwas schwierig aber mit ein wenig formvollendeter Akrobatik ging das auch über die Bühne.

Da die Lesung von @wortmax aus seinem kürzlich veröffentlichten Buch nun nach hinten verlegt worden war, hieß der nächste von mir neugierig erwartete Programmpunkt des Abends Alexandra Tobor a.k.a. @silenttiffy, die das zweite Kapitel ihres bis jetzt noch nicht veröffentlichten (weil sich eigentlich noch gerade in der Entstehung befindenden) Buches lesen wollte / sollte / musste (trotz sichtlicher Angeschlagenheit durch vorhergegangene Erkältung der Atemwege).

Sehr amüsiert und wenn auch mit dem dazugehörigen Grad der Verständnislosigkeit bemerkten wir, dass der größte Teil, der nun leerstehenden Sitzgelegenheiten in typisch deutscher Manier akkurat mit Jacke, Pullover oder ähnlichen Kleidungsstücken als „reserviert“ markiert worden war, so dass wir uns entschlossen, im vorderen Bereich zwei freie Stühle als Sitzgelegenheit zu nutzen (natürlich nicht, ohne uns vorher zu vergewissern, dass diese nicht doch zufällig mittels eines Badelakens gekennzeichnet waren).

Die Lesung der „Gräfin“ war sehr gut, wenn man auch die Thematik in der ein oder anderen Form bereits öfters gehört hatte, war der auf Twitter auch oftmals durchblitzende Schreib- und Erzählstil der Vorleserin dermaßen gut, dass ich gerne konzentrierter und aufmerksamer zugehört hätte. Der Konjunktiv an dieser Stelle verrät es bereits, dass dies nicht so einfach machbar war, denn die geballte offizielle und private Pressefront inklusive des kleinen Mannes mit der großen Kamera stand mit kompletter Ausrüstung bewaffnet strategisch gut positioniert hinter der Vortragenden und filmte, knipste, zoomte und blitzte immer wieder in Richtung Publikum. Dazu kamen noch die obligatorischen privaten Kameras, so dass wir uns zeitweise vorkamen, als wären wir und nicht die Ausstellung oder die in dem Moment vor dem Publikum sitzende @silenttiffy die Hauptattraktion.

Obwohl das Programm zu dem Zeitpunkt noch nicht zu Ende war, ging es erst einmal raus aus diesem „Presseraum“ in den Ausstellungsraum Numero Uno Dort habe ich noch einen der wenigen Leute erkannt, von dem ich weiß, dass er meine Wenigkeit aus dem Twitterkosmos kennt und dessen Tweets ich auch immer mit Interesse lese. Nach einem kurzen Plausch mit dem für seine Panoramabilder bekannten @joshvonstaudach haben meine Begleitung und ich dann beschlossen, den Rest des Abends lieber in entspannter, kamera- und twitterloser Atmosphäre zu verbringen.

Die Ausstellung gastiert ja noch länger in Köln und nächsten Sonntag, wenn als Programm das Malen für Kinder ansteht, werde ich zusammen mit meiner Kleenen auch nochmals die supernette Michaela von Aichberger und ihre tolle Ausstellung in Ruhe (sofern der Wirbelwind uns die Ruhe dazu lässt) besuchen.

Mein Fazit:

  • eine sehr tolle Ausstellung mit einer wahnsinnig sympathischen Künstlerin.
  • ein sehr interessantes Rahmenprogramm, dem ich gerne mehr Aufmerksamkeit geschenkt hätte.
  • eine bunte Mischung aus normalen, komischen, interessanten und seltsamen Menschen.
  • eine Vernissage, bei der nicht die Kunst sondern die Besucher ein zentraler Bestandteil waren (was mich ein wenig irritiert aber nicht verwundert hat).
  • eine übernatürlich große Menge an Fotografen, Kameras und Leuten die unentwegt Bildern der Besucher anstatt der tollen Kunstwerke gemacht haben (welche der Grund für das frühzeitige Verlassen der Ausstellungsveranstaltung war)
  • die generelle Feststellung, dass Twitter zwar süchtig macht aber ich an einer Twitter-Community nur rudimentäres Interesse habe bzw. es meiner Ansicht nach für Twitter aufgrund der Vielfalt seiner User im Gegensatz zu vielen bereits gemachten Erfahrungen mit Chats, Foren und Browsergames in meinen Augen gar keine richtige Community geben kann und somit auch weder Zugehörigkeits- noch Ausgrenzungsgefühl.

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Ein sich mit einem Erfahrungsbericht nach längerer Blogabstinenz mal wieder hier geäußert habender und dies zukünftig wieder ein wenig regelmäßiger vorhabender Ausserirdischer

Beantwortung des Fragebogens für Männer (Eintrag XXIII)

Posted in Hölzernes Allerlei with tags , on 19. Oktober 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

ich habe ein Faible für Fragebögen jedweder Art, daher hab ich diesen hier von der hochwohlgeborenen (Nein, nein, ich bin nicht darauf hingewiesen worden, dieses Wort zu verwenden *fg) Sophia Mandelbaum (bei Twitter auch als Mlle Amandier bekannt) einfach hierher transferiert und einen eigenen Blogartikel aus ihren Fragen und meinen Antworten dazu erstellt.
Die in den Klammern und in Kursivschrift hervorgehobenen vorhandenen Anmerkungen zu den einzelnen Fragen stammen trotz meines bekannten Klammernfimmels diesmal logischerweise nicht von mir, sondern sind von der geschätzten Verfasserin gemachte Zusatzinformationen zu den einzelnen Themengebieten, welche ich nun in den folgenden Abschnitten beantworten werde:

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1. Die erste Auslese

  • Findest du kochen/ stricken/ backen Frauensache? (Dann werden wir in Fetzen und unter Magenkrämpfen sterben müssen.)

Ich finde, dass nur derjenige diese Tätigkeiten ausüben sollte, der dazu ein Mindestmaß an Talent besitzt, wobei gemeinsame Back- und Kochsitzungen auch bei weniger vorhandenem Talent recht spaßig sein können (vorausgesetzt, man hat für den Notfall die Telefonnummer eines Bringdienstes oder ein passables Restaurant respektive eine nicht untierverseuchte Imbissbude in der Nähe).

  • Findest du Bücher lesen anstrengend und guckst dir lieber die Verfilmungen an? Oder lieber noch Filme, bei denen es nicht mal Bücher ZUM Film gibt? (Rambo vielleicht oder Transporter 3? Entschuldige, ich muss kurz meinen Kopf gegen die Wand schlagen)

Ja, Bücher lesen ist anstrengend, da ich meist nicht aufhören kann, sobald ich angefangen habe (Hierzu gibt es auch einen gleichnamigen Artikel hier im Logbuch).

  • Kannst du es nicht ertragen, wenn frau deinen Musikgeschmack scheiße findet? („Wenn dir das nicht gefällt, bist du wohl nicht besonders musikalisch und beherrschst sicher auch kein Instrument?“)

Allerdings, ist dies ein Punkt, an dem ich keine platte Kritik vertrage. Ich bin selber recht breit gefächert, was meinen Musikgeschmack angeht, bin aber bei der Wahl von Tonträgern, die es zu meinem Ohr schaffen, trotzdem sehr wählerisch. Dass man geschmacklich nicht auf der gleichen Wellenlänge liegen kann, ist selbstverständlich und dass viele Leute mit einigen der von mir geschätzten Künstern nichts anfangen können, ist klar. Wer aber daherkommt und meinen MusikGESCHMACK per se als ’scheiße‘ tituliert, der darf getrost dahin auswandern, wo man pangalaktische Donnergurgler zu sich nimmt oder es – wenn er sich gut anstellt – mit einer fundierten Kritik versuchen und hoffen, dass ich danach wohlgesonnener bin.

  • Bist du Sportmissionar? (Ich fange nicht damit an, ehe die Cellulite mit mir angefangen hat!)

Sport? Äh… ja. Da war mal was (Mit Betonung auf ‚war‘) und ob je wieder da was sein wird, hängt davon ab, ob ich es jemals schaffen werde, das Rudel (oder sagt man in dem Fall die Rotte?) Schweinehunde zu überlisten.

  • Bist du ein Freund der knappen Sätze, die du gern mit leeren Zeilen streckst?

Eigentlich schon, sonst würde ich nicht so viel twittern. Ansonsten könnten vielleicht die Artikel in dieses Blogs oder die darin verwendeten längeren Wortketten zwischen den einzelnen Satzschlusszeichen darauf hindeuten, dass es durchaus schon einmal vorkommen kann, dass ich mich gerne ein wenig wortreicher ausdrücke. Ob diese Zeilen leer sind, darf jeder Leser der Satzkonstruktionen selber beurteilen.

  • Bekommst du bei intellektuell angehauchten Diskussionen explosive Durchfälle?

Höchstens geistiger Art, wenn ich mich in ein Thema zu sehr verbeiße.

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2. Der geistige Gesundheitszustand

  • Kannst du dich an deine Kindheit erinnern? (Alter und Gedächtnisleistung einschätzen; massive Traumata ausschließen)

Das kann ich sehr gut und mache ich ab und an sehr gerne.

  • Wenn ja: Hast du ein oder mehrere Tiere (Insekten und Spinnen ausgenommen) bewusst getötet? Und dabei ein Lustgefühl verspürt? (Anders formuliert: Taugst du als Axtmörder?)

Auf Anhieb fallen mir da nur Fische ein, die aufgrund der später geplanten Nahrungsaufnahme ihrem Lebendzustand adé sagen mussten. Das Lustgefühl war damals wohl eher die Vorfreude auf ein leckeres Abendessen (Die Kindheitsepisode mit dem Huhn bei meinem Großonkel auf dem Land und der Axt und dem kopflosen Herumrennen des Getiers nebst späterer Verspeisung lasse ich auf einen erneuten Blick auf den Klammerntext der Frage an dieser Stelle besser aus).

  • Hast du deine Mutter dazu überreden wollen, mit dir Zungenküsse zu üben? (Hashtag Ödipus)

Küssen an sich und mit Zunge ist schon eklig genug, oder nicht? Den weiteren Gedankengang zu dieser Frage spare ich mir aufgrund eines gerade verzehrten Imbisses.

  • Hast du das Geschlechtsteil deines Vaters immer mit einem gewissen Missmut betrachtet? (Hashtag Ödipus, Teil II)

Ööhm… Nö?!?

  • Ist das Einzige, was dich zum Weinen bringt, ein gutes Chili?

Zwiebeln sind auch nicht zu verachten und Tränengas oder Insekten im Auge eigen sich ebenso hervorragend.

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3. Resthürdenaufbau

  • Bist du ein Naturfanatiker? („Alles, was draußen wächst, ist ursprünglichste Medizin! Auch die giftigen Sachen!“)

Ich nehme die Natur wahr und kann mich ab und zu hinsichtlich des Erholungsfaktors an ihr laben. Auch schmeckt Essen aus natürlicher Umgebung besser als Fertigfraß.

  • Lehnst du Autos der Umwelt zuliebe grundsätzlich ab? (Ich habe eine Phobie vorm Zug fahren, die mir wichtiger ist als deine Ökoader. Die ich grundsätzlich aber gern voraussetze, mit freundlichen Grüßen: Ambivalenzen und Partner.)

Ich hasse den ÖPNV und versuche derzeit nur aufgrund der vorhandenen Restgesundheit, der nicht vorhandenen Fitness und dringend notwendiger Frischluftdosen, selbst die kürzesten Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zu absolvieren.

  • Findest du, dass jeder ein Revoluzzer ist, der Strom aus dem städtischen Netz befreit?

Strom befreien? Ich dachte, dass dies mit den neuen Gesetzen zur Käfighaltung nicht mehr erforderlich sei.

  • Saugst du Vertraulichkeiten aus anderen Leuten, ohne welche zurück geben zu wollen?

Ich habe das vampyrhafte Verhalten hinsichtlich Intimitäten schon recht früh ad acta gelegt und bohre auch nicht einem inneren Zwang folgend nach. Jedoch scheint es, dass gerade dieses Verhalten meinerseits bei eingen Mitmenschen dazu führt, dass sie Vertraulichkeiten an mich weitergeben. Ich behandle diese jedoch dem Namen entsprechend mit Bedacht. Die eigenen Vertraulichkeiten gebe ich nur an diejenigen ab, die sie interessieren und die meiner Meinung nach auch qualifiziert genug sind, damit umzugehen.

  • Musst du ständig über Politik diskutieren? („Europa kann nur da sein, wo es auch Diätmarzipan gibt!“)

Ich bin – Im Gegensatz zum weiten Teilen aus dem Gebiet der Rockmusik – kein Freund von politschen Themen, da mir zumeist das oftmals vorausgesetzte Detailwissen fehlt. Sollte ich jedoch vor die Wahl gestellt werden, ob ich lieber Boulevardfernsehen schaue oder mich auf ein politisches Gespräch einlasse, ziehe ich die Form der verbalen Kommunikation der Form der seichten aber schauerlichen Berieselung vor.

  • Findest du mich toll, so, wie ich bin, oder wärst wenigstens bereit und solvent genug, die SchönheitsOP zu finanzieren?

Dies ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann, da ich die fragenstellende Person noch nie zu Gesicht bekommen habe und so solvent, dass ich kein Problem damit hätte, eine Schönheitsoperation zu finanzieren bin ich mit Sicherheit nicht.

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ein sich nach diesem Fragebogenausflug wieder den weitaus sinnloseren Beschäftigungen widmender Ausserirdischer

Freitagsfüller 16. Okt. 2009 – (Eintrag XXII)

Posted in Allgemein (bzw. noch nicht zugeordnet) with tags , on 16. Oktober 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

Freitag, dass heißt auch heute wieder den vorausgefüllten Text der lieben Barbara mit eigenen Inhalten ergänzen.
Das ganze nennt sich auch diesmal Freitagsfüller.
Da es dazu sonst nichts mehr zu sagen gibt… hier nun der dieswöchige Text:

  • Bitte tu dir keinen Zwang an und Lese auch die anderen Artikel des Logbuchs.
  • Wenn ich vergesse, dass man besser mit den Augen als mit der Nase den Frischgrad von Lebensmitteln überprüft, muss ich manchmal einfach dran riechen.
  • Ich koche am liebsten nicht alleine.
  • Schokolade ist etwas, wovon ich nicht genug bekommen kann.
  • Das ist genau das, was ich jetzt nicht mehr im Haus habe (Sucht, Sucht, Sucht…).
  • Wenn ich höre, was sich für grausame Musik in den Charts tummelt, denke ich meistens, was soll denn das?
  • Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf einen weiteren Freitagsfüller, der online geht und mein Bettchen, morgen habe ich nocht nichts geplant und Sonntag möchte ich einfach nur, dass es nicht regnet und nicht allzu kalt ist!

Den Spruch, dass schon wieder ne Woche vorbei ist, kann ich mir glaube ich auch langsam mal sparen.

ein sich nun auch bald schon bettfertig machen gehender und noch ein wenig Hörbuch genießen werdender Ausserirdischer

Freitagsfüller 09. Okt. 2009 – (Eintrag XX)

Posted in Allgemein (bzw. noch nicht zugeordnet) with tags , on 9. Oktober 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

letzte Woche gab es keinen Freitagsfüller, da es zwischendrin nichts gab, wo man etwas hätte reinfüllen können. Diese Woche sieht das wieder anders aus. Dank gebührt wie immer an die Begründerin der Füllartikel (wie immer ist der außerirdische Eigenanteil kursiv & fett markiert).

  • Nichts und niemand bekommt mich dazu, Talk- oder Gerichtsshows im Fernsehen zu schauen.
  • Nur der Kalender erinnert mich daran, dass es jetzt Herbst ist.
  • Ich kann einfach nicht ohne Musik leben.
  • Geldverdienen und Verreisen sind zwei Sachen, die ich ausprobieren möchte.
  • Wenn das Leben dir Zitronen gibt, zerschnibbel sie und pack sie in den Hals einer Bierflasche.
  • Lagerfeuer beim Großonkel auf dem Land ist eine meiner schönsten Kindheitserinnerungen.
  • Was das Wochenende angeht, heute abend freue ich mich auf eine Geburtstagsfeier, morgen habe ich einen Familientag bei den Eltern geplant und Sonntag möchte ich die Zeit genießen, in der die Tochter auf einem Kindergeburtstag ist!

Und wieder ist eine Woche an mir vorbeigerast.

ein sich dann vom Rechner weg in die Wochenend- und internetlose Welt begebender Ausserirdischer

Ein Experiment (Eintrag XIX)

Posted in Leselust with tags , , , on 8. Oktober 2009 by Shumway

Ich hab es getan, jawollja!

OK, bevor nun die ersten wilden Spekulationen hinsichtlich der hinter mir liegenden Aktivität anfangen und in Bereiche vordringen, die besser hier nicht erwähnt werden, möchte ich zusätzlich zu dem (zugegebenermaßen etwas reißerischen) Einleitungssatz in den weiteren Zeilen erläutern, um was es eigentlich geht.

Ich habe mir zum ersten Mal ein Hörbuch zu Gemüte geführt. Wie ich hier bereits erklärt habe, sind meine Lesegewohnheiten ein wenig sonderbar. Bücher werden immer möglichst in einem Rutsch verschlungen, allerdings muss sich dazu vorher bei mir erst einmal eine Art „Leselaune“ einstellen, welche ich nicht direkt beeinflussen oder gar herbeiführen kann. So kann es passieren, dass ich innerhalb einer Woche mehrere hundert Seiten eines Romans oder mehrere Bücher lese, um danach für mehrere Wochen kein einziges Buch auch nur mit dem Allerwertesten anzuschauen, obwohl ich prinzipiell Interesse oder gar Neugierde an der mir noch nicht bekannten Geschichte habe.
Ähnlich wie Künstler oftmals behaupten, dass Sie erst nachdem sie die Muse geküsst hat, kreativ tätig werden können, muss mich anscheinend erst die Lesewut packen, eh ich mich wirklich mit neuem Lesestoff beschäftige.

Mittlerweile ist es üblich geworden, dass zu jedem aktuell erschienenen Buch aus dem Bereich der Unterhaltungsliteratur innerhalb kurzer Zeit eine  Hörbuchversion auf dem Markt erhältlich ist, in denen mal mehr und mal weniger talentierte / bekannte Sprecher den niedergeschriebenen Worten und Sätzen Leben einhauchen und das Buch konsumentenfreundlich vorlesen. Da die meisten Sprecher in Deutschland auch als  Synchronsprecher für Hollywoodproduktionen tätig sind, kann man sich manchmal einbilden, dass es tatsächlich Jodie Foster, Nicholas Cage oder Johnny Depp sind, die einem die Geschichte hier über den Weg des Gehörgangs schmackhaft machen.

Bisher habe ich mich mehr oder weniger standhaft geweigert, diese Form des (Vor)lesens auszuprobieren, hauptsächlich aus dem Grunde, dass ich nach mehreren aufmerksamen Minuten des intensiven Lauschens irgendwann nicht nur den Faden sondern die komplette Fähigkeit zur Konzentration verliere und nichts mehr mitbekomme oder direkt einschlafe (einige Erfahrungen mit dem noch immer andauernden Versuch, die 42 Teile der John Sinclair 2000 Hörspielreihe einmal durchzuhören, belegen, dass es oftmals kaum möglich gewesen ist, länger als 30 Minuten wach zu bleiben).

Trotzdem blieb die Neugierde, doch mal zu versuchen ein ganzes Hörbuch durchzuhalten. Im Bekanntenkreis hat man mich auch immer wieder ermutigt, es einfach zu versuchen. Einige hören Bücher anstatt Musik bei längeren Autofahrten, andere während sie Kreuzworträtsel lösen oder sich in Handarbeitskünsten üben. Nach längeren mehr oder weniger subtilen Hinweisen, dass die Buchreihe der Tintenwelt von Cornelia Funke dank des Sprechers Rainer Stecker ein sehr gelungenes Hörbuch sei und sich somit als Hörbuchtest bzw. als Einstieg sehr gut eignen würde, habe ich es dann diese Woche versucht.

Das erste Buch Tintenherz bringt es gelesen auf 16 CDs. Nachdem diese auf dem Rechner waren und der kabellose Kopfhörer auf Vordermann gebracht worden war, habe ich Montag Abend begonnen, mein erstes richtiges Hörbuch in Angriff zu nehmen. Auf der Couch sitzend, ohne weitere Beschäftigung habe ich an diesem Abend nicht einmal die Hälfte der ersten CD gemeistert, eh mich – fast erwartungsgemäß – der Schlaf übermannt hat.

Am Dienstag hatte ich aus unerfindlichen Gründen keine besonders gute Laune und beschloss daher, schon recht früh die anderen normalen Abendaktivitäten einzustellen und mich noch einmal dem Hörbuch zu widmen. Da ich nicht wollte, dass ich nach kurzer Zeit wieder ins Land der Träume wegdämmerte, überlegte ich, welche Tätigkeit man auf der Couch fläzend nachgehen kann, die nicht zu viel Hirnschmalz verlangt, so dass man sich auf das gespochene Wort des Hörbuchs konzentrieren kann aber einen gleichzeitig davon abhält, einzuschlafen.

Ich habe mich fürs Daddeln (Auch Zocken genannt) auf der Playstation entschieden. Tomb Raider Anniversary ist nicht sonderlich anspruchsvoll, kann  problemlos ohne Ton gespielt werden und ist soweit bekannt, dass man nicht unnötig viel Konzentration zum Durchspielen benötigt. Die Kombination Playstation und Hörbuch hat sich als sehr passend herausgestellt, so dass ich Dienstag bis spät in die Nacht noch gebannt der Stimme aus den Köpfhörern lauschen konnte, während Lara Croft gleichzeitig durch Peru kraxelte. Ich war tatsächlich gefesselt. Ein Gefühl, dass ich nur zu gut vom Lesen einer spannenden Geschichte kannte.

Den Mittwochabend habe ich dann mit einigen Pausen fast vollkommen dem Hörbuch (und Lara) gewidmet und erst dann aufgehört, als die Sonne am Donnerstag (heute früh) bereits vorsichtig durch die Fenster geblinzelt hat.

Heute Abend war dann dann der letzte Teil des Hörbuchs dran. Nun sind 16 CDs gehört und ich kenne die komplette Geschichte des Buches ohne auch nur eine einzige Seite davon gelesen zu haben. Ein etwas seltsames aber keineswegs  unbequemes Gefühl.

Zum (Jugend)Buch an sich möchte ich an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren, da es eine recht einfache, an manchen Stellen unlogische aber alles in allem schöne Geschichte ist. Dank des sehr guten Sprechers, der es – ohne sich theatralisch zu verstellen – geschafft hatte, allen handelnden Personen eine eigene, unaffektierte Sprechweise zu verleihen, war ich die ganze Zeit über mit dem geistigen Auge inmitten der Geschichte und dem dort stattfindenden Kampf zwischen Gut und Böse. Sehr zu meinem Erstaunen, da ich keine helfenden Buchstaben, Silben, Worte und Sätze direkt vor den Augen hatte und zusätzlich noch nebenbei die meiste Zeit den Controller der  Playstation umfasst gehalten und Lara Croft weiter durch Griechenland und Ägypten gehetzt habe.

Fazit:
Das Experiment Hörbuch ist gelungen. Mit der richtig dosierten Ablenkung (Essen kochen, Wohnung putzen funktionieren neben dem Zocken auch wunderbar) und einem guten Sprecher macht es kaum einen Unterschied, ein Buch lesend oder hörend zu verschlingen und somit stellt ein Hörbuch eine gleichberechtigte Alternative zu einem selber gelesenen Buch dar.

Allerdings habe ich auch hier festgestellt, dass mein Gehirn die gleichen Kapriolen schlägt, wie beim Lesen eines Romans. Ich bin offensichtlich nicht in der Lage, eine Geschichte scheibchenweise aufzunehmen. Dies werde ich beim nächsten Hörbuch dann berücksichtigen, um meinen Körper und meine Umwelt nicht unnötig durcheinander zu bringen.

ein heute weder zum Einschlafen lesender noch Geschichten lauschender Ausserirdischer