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Ein Experiment (Eintrag XIX)

Posted in Leselust with tags , , , on 8. Oktober 2009 by Shumway

Ich hab es getan, jawollja!

OK, bevor nun die ersten wilden Spekulationen hinsichtlich der hinter mir liegenden Aktivität anfangen und in Bereiche vordringen, die besser hier nicht erwähnt werden, möchte ich zusätzlich zu dem (zugegebenermaßen etwas reißerischen) Einleitungssatz in den weiteren Zeilen erläutern, um was es eigentlich geht.

Ich habe mir zum ersten Mal ein Hörbuch zu Gemüte geführt. Wie ich hier bereits erklärt habe, sind meine Lesegewohnheiten ein wenig sonderbar. Bücher werden immer möglichst in einem Rutsch verschlungen, allerdings muss sich dazu vorher bei mir erst einmal eine Art „Leselaune“ einstellen, welche ich nicht direkt beeinflussen oder gar herbeiführen kann. So kann es passieren, dass ich innerhalb einer Woche mehrere hundert Seiten eines Romans oder mehrere Bücher lese, um danach für mehrere Wochen kein einziges Buch auch nur mit dem Allerwertesten anzuschauen, obwohl ich prinzipiell Interesse oder gar Neugierde an der mir noch nicht bekannten Geschichte habe.
Ähnlich wie Künstler oftmals behaupten, dass Sie erst nachdem sie die Muse geküsst hat, kreativ tätig werden können, muss mich anscheinend erst die Lesewut packen, eh ich mich wirklich mit neuem Lesestoff beschäftige.

Mittlerweile ist es üblich geworden, dass zu jedem aktuell erschienenen Buch aus dem Bereich der Unterhaltungsliteratur innerhalb kurzer Zeit eine  Hörbuchversion auf dem Markt erhältlich ist, in denen mal mehr und mal weniger talentierte / bekannte Sprecher den niedergeschriebenen Worten und Sätzen Leben einhauchen und das Buch konsumentenfreundlich vorlesen. Da die meisten Sprecher in Deutschland auch als  Synchronsprecher für Hollywoodproduktionen tätig sind, kann man sich manchmal einbilden, dass es tatsächlich Jodie Foster, Nicholas Cage oder Johnny Depp sind, die einem die Geschichte hier über den Weg des Gehörgangs schmackhaft machen.

Bisher habe ich mich mehr oder weniger standhaft geweigert, diese Form des (Vor)lesens auszuprobieren, hauptsächlich aus dem Grunde, dass ich nach mehreren aufmerksamen Minuten des intensiven Lauschens irgendwann nicht nur den Faden sondern die komplette Fähigkeit zur Konzentration verliere und nichts mehr mitbekomme oder direkt einschlafe (einige Erfahrungen mit dem noch immer andauernden Versuch, die 42 Teile der John Sinclair 2000 Hörspielreihe einmal durchzuhören, belegen, dass es oftmals kaum möglich gewesen ist, länger als 30 Minuten wach zu bleiben).

Trotzdem blieb die Neugierde, doch mal zu versuchen ein ganzes Hörbuch durchzuhalten. Im Bekanntenkreis hat man mich auch immer wieder ermutigt, es einfach zu versuchen. Einige hören Bücher anstatt Musik bei längeren Autofahrten, andere während sie Kreuzworträtsel lösen oder sich in Handarbeitskünsten üben. Nach längeren mehr oder weniger subtilen Hinweisen, dass die Buchreihe der Tintenwelt von Cornelia Funke dank des Sprechers Rainer Stecker ein sehr gelungenes Hörbuch sei und sich somit als Hörbuchtest bzw. als Einstieg sehr gut eignen würde, habe ich es dann diese Woche versucht.

Das erste Buch Tintenherz bringt es gelesen auf 16 CDs. Nachdem diese auf dem Rechner waren und der kabellose Kopfhörer auf Vordermann gebracht worden war, habe ich Montag Abend begonnen, mein erstes richtiges Hörbuch in Angriff zu nehmen. Auf der Couch sitzend, ohne weitere Beschäftigung habe ich an diesem Abend nicht einmal die Hälfte der ersten CD gemeistert, eh mich – fast erwartungsgemäß – der Schlaf übermannt hat.

Am Dienstag hatte ich aus unerfindlichen Gründen keine besonders gute Laune und beschloss daher, schon recht früh die anderen normalen Abendaktivitäten einzustellen und mich noch einmal dem Hörbuch zu widmen. Da ich nicht wollte, dass ich nach kurzer Zeit wieder ins Land der Träume wegdämmerte, überlegte ich, welche Tätigkeit man auf der Couch fläzend nachgehen kann, die nicht zu viel Hirnschmalz verlangt, so dass man sich auf das gespochene Wort des Hörbuchs konzentrieren kann aber einen gleichzeitig davon abhält, einzuschlafen.

Ich habe mich fürs Daddeln (Auch Zocken genannt) auf der Playstation entschieden. Tomb Raider Anniversary ist nicht sonderlich anspruchsvoll, kann  problemlos ohne Ton gespielt werden und ist soweit bekannt, dass man nicht unnötig viel Konzentration zum Durchspielen benötigt. Die Kombination Playstation und Hörbuch hat sich als sehr passend herausgestellt, so dass ich Dienstag bis spät in die Nacht noch gebannt der Stimme aus den Köpfhörern lauschen konnte, während Lara Croft gleichzeitig durch Peru kraxelte. Ich war tatsächlich gefesselt. Ein Gefühl, dass ich nur zu gut vom Lesen einer spannenden Geschichte kannte.

Den Mittwochabend habe ich dann mit einigen Pausen fast vollkommen dem Hörbuch (und Lara) gewidmet und erst dann aufgehört, als die Sonne am Donnerstag (heute früh) bereits vorsichtig durch die Fenster geblinzelt hat.

Heute Abend war dann dann der letzte Teil des Hörbuchs dran. Nun sind 16 CDs gehört und ich kenne die komplette Geschichte des Buches ohne auch nur eine einzige Seite davon gelesen zu haben. Ein etwas seltsames aber keineswegs  unbequemes Gefühl.

Zum (Jugend)Buch an sich möchte ich an dieser Stelle gar nicht viele Worte verlieren, da es eine recht einfache, an manchen Stellen unlogische aber alles in allem schöne Geschichte ist. Dank des sehr guten Sprechers, der es – ohne sich theatralisch zu verstellen – geschafft hatte, allen handelnden Personen eine eigene, unaffektierte Sprechweise zu verleihen, war ich die ganze Zeit über mit dem geistigen Auge inmitten der Geschichte und dem dort stattfindenden Kampf zwischen Gut und Böse. Sehr zu meinem Erstaunen, da ich keine helfenden Buchstaben, Silben, Worte und Sätze direkt vor den Augen hatte und zusätzlich noch nebenbei die meiste Zeit den Controller der  Playstation umfasst gehalten und Lara Croft weiter durch Griechenland und Ägypten gehetzt habe.

Fazit:
Das Experiment Hörbuch ist gelungen. Mit der richtig dosierten Ablenkung (Essen kochen, Wohnung putzen funktionieren neben dem Zocken auch wunderbar) und einem guten Sprecher macht es kaum einen Unterschied, ein Buch lesend oder hörend zu verschlingen und somit stellt ein Hörbuch eine gleichberechtigte Alternative zu einem selber gelesenen Buch dar.

Allerdings habe ich auch hier festgestellt, dass mein Gehirn die gleichen Kapriolen schlägt, wie beim Lesen eines Romans. Ich bin offensichtlich nicht in der Lage, eine Geschichte scheibchenweise aufzunehmen. Dies werde ich beim nächsten Hörbuch dann berücksichtigen, um meinen Körper und meine Umwelt nicht unnötig durcheinander zu bringen.

ein heute weder zum Einschlafen lesender noch Geschichten lauschender Ausserirdischer

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Lesen kann anstrengend sein (Eintrag VI)

Posted in Leselust with tags , , on 28. Juni 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

auch wenn ich häufig und gerne Texte lese, die sich im Internet finden (Blogs, Nachrichten, Forenbeiträge und natürlich Twitternachrichten), ist auch das geschriebene Wort auf Papier etwas, das ich mit großem Interesse genieße (In Anbetracht meiner normalen Lesegewohnheiten wäre das Verb „verschlingen“ vielleicht sogar angebrachter.) und im Falle von Büchern würde ich nach dem jetzigen Stand meiner Gewohnheiten und der technischen Möglichkeiten niemals ein Buch auf digitalem Wege lesen.

Was wird gelesen?

Ich bezeichne mich zwar als intellektuelles Wesen, jedoch ist das Lesen eines Buches für mich eher etwas, das dem Betrachten eines Kinofilms odder einer DVD gleichkommt. Mein Hauptanspruch an die Literatur, welche ich mir zu Gemüte führe, ist daher, eine Geschichte zu lesen und somit beschränke ich mich nahezu ausschließlich auf den lese- und leserfreundlichen Bereich der Belletristik (im normalen Sprachgebrauch Unterhaltungsliteratur genannt).

Darunter fallen die folgenden für mich relevanten Spielarten und Genres:

– Fantasy

– Sience Fiction

– Horror

– Abenteuer (neudeutsch Adventure genannt)

– Kriminalroman

Wie wird gelesen?

Wie bereits angedeutet, sind Romane für mich eigentlich auf Papier verewigte Filme. Ich weiß nich, wie es bei Euch ist abber ich persönlich versuche, Filme eigentlich am Stück und möglichst ohne Unterbrechung (Kino) beziehungsweise nur mit von mir selber herbeigeführten Pausen (DVD) zum Austreten, Kühlschrankplündern odder Nikotininhalieren auf dem Balkon zu genießen. Angewendet auf die gedruckten Werke führt das dazu, dass ich es bevorzuge, ein Buch ohne Pause, am Stück von der ersten bis zur letzten Seite (Ja, ich weiß selber, dass ich hier drei verschiedene Beschreibungen verwende, um zu verdeutlichen, wie ich am liebsten einen Roman „fressen“ würde.) lesen möchte; die Beschreibung ein Buch konsumieren ist bei mir also zutreffend und kann im weiteren Verlauf dieses Textes angewendet werden.

Bei kurzen Romanen ist dies auch ohne größere Probleme handhabbar, allerdings wird es bei großen Schinken odder gar mehrbändigen Werken mit zunehmendem Alter (mein Alter, nich das der Bücher) immer schwerer, das Vorhaben auch in die Tat umzusetzen (Was mir früher wirklich so gut wie nie passiert ist, tritt in letzter Zeit zunehmend häufiger auf; ich schlafe während des Lesens ein.). Meine bisher umfangreichsten Bücher, welche ich (daaaaaamals, zu Zeiten, in denen ich noch richtig jung und frisch gewesen bin) an einem Stück durchgelesen habe sind „Die Säulen der Erde“ von Ken Follet und „ES“ von Stephen King (Dieses Buch habe ich als Teenager in der King´schen Phase ca. ein Dutzend Mal gelesen und einmal davon auch in einem Rutsch).

Im Gegensatz zu den meisten Leuten, kann ich Bücher wirklich nich zwischendurch odder ein spannendes Buch häppchenweise übber einen längeren Zeitraum verteilt lesen, insofern entfällt auch das Lesen während einer längeren Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln odder bei zeitraubenden Wartezimmerewigkeiten, die ein Besuch beim Arzt mit sich bringt.

Etwas anders sieht es da bei Literatur mit geringerer Halbwertzeit (sprich: Magazine, Zeitungen, Zeitschriften, etc.) aus. Trotzdem möchte ich erwähnen, dass sich in letzter Zeit die erfolgreichen Versuche mehren, diese handlungslosen Zeiten mittels der Lektüre von Büchern zu übberbrücken.

Meist sieht es so aus, dass ich frühabends alles erforderliche präpariere, also bequeme Kleidung, Sitz- odder Liegegelegenheit inklusive eventuell erforderlicher Decke, Essen, Süßkram, genug Mineralwasser, Rauchwerk (sofern ich an einem Ort bin, wo ich während des Buchkonsums auch Nikotin zu mir nehmen darf) zurechtlege. Ist alles vorbereitet, kann es losgehen. In der Regel dauert eine Lesesession so lange, bis mir die Augen zufallen, was unter normalen Umständen meiste erst dann der Fall ist, wenn sich draußen schon die Vögel lautstark bemerkbar machen und die Sonne bereits ihre ersten Vorboten durch meine Fenster schickt.

Untermalung

Eine weitere zum Lesen gehörende Eigenart von mir ist, dass ich je nach Laune eine passende Musik aussuche, die mich von allen anderen Umweltgeräuschen abschottet und mir somit hilft, mich wirklich alleine auf das Buch zu konzentrieren. Das funktioniert wirklich soweit, dass ich erst dann feststelle, dass nebenbei Musik läuft, wenn die CD zu Ende ist. Da ich generell immer lesebegleitende Musik via Stereoanlage laufen lasse, ist das Ende des Albums auch meistens der einzige Zeitindikator, der mir sagt, wie lange ich mich bereits im Leserausch befinde (Ich würde nie auf die Idee kommen, eine CD in Endlosschleife nebenher laufen zu lassen, da ich damit jedes

Zeitgefühl verlieren würde.). Rückblickend ist es manchmal sehr interessant, denn so kann ich „Built To Spill“ nich mehr hören, ohne an die Weiten Mittelerdes zu denken, „Starlight Mints“ nich mehr ohne die direkte Assoziation an Arthur Dent, Marvin und Zaphod Beeblebrox. Auch „Type O Negative“ wird nun für lange Zeit nur in Verbindung mit den Protagonisten der Wächter-Romane von Lukianenko hörbar sein.

Rückblick und Ausblick

Ich habe dieses Jahr (der Einfachheit halber zähle ich die Tage kurz nach Weihnachten hinzu, da ich ab dann nach einer wirklich längeren Pause wieder intensiv angefangen habe, mich mit Büchern zu beschäftigen.) mittlerweile auch schon einige Seiten verschlungen. Mal schauen, vielleicht werde ich zu dem ein odder anderen Werk, welches ich schon gelesen habe odder zu Werken, welche ich noch vorhabe demnächst zu lesen ein paar Zeilen hierhin kritzeln. Die ist weniger als fundierter Buchtipp geplant, sondern eher als subjektives Empfinden von jemandem, der gerne spannende, lustige und interessante Geschichten liest und in seinem Urteil nich mit dem Wissen um literarische Klassiker vorbelastet ist.

Da ich abber getz nich weiter übber ungelegte Eier referieren möchte, ist hier eine aktuelle Liste der Bücher, die ich dieses Jahr (seit Weihnachten 2008) gelesen habe, um Euch einen kleinen Übberblick zu verschaffen:

– Sergej Lukianenko: Wächter der Nacht

– Sergej Lukianenko: Wächter des Tages

– Sergej Lukianenko: Wächter des Zwielichts

– Sergej Lukianenko: Wächter der Ewigkeit

– Philip Pullman: Der Goldene Kompass

– Philip Pullman: Das Magische Messer

– Philip Pullman: Das Bernstein-Teleskop

– J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit

– Sergej Lukianenko: Weltengänger

– Sergej Lukianenko: Weltenträumer

– Terry Pratchett: Die Farben der Magie

– Terry Pratchett: Das Licht der Phantasie

– Christopher Moore: Liebe auf den ersten Biss

– Christopher Moore: Ein todsicherer Job

– Christopher Moore: Der kleine Dämonenberater

– Tad Williams: Der Drachenbeinthron – (Das Geheimnis der großen Schwerter Teil I)

– Tad Williams: Der Abschiedsstein – (Das Geheimnis der großen Schwerter Teil II)

– Tad Williams: Die Nornenkönigin – (Das Geheimnis der großen Schwerter Teil III)

– Tad Williams: Der Engelsturm – (Das Geheimnis der großen Schwerter Teil IV)

– Dan Brown: Meteor

– Christopher Moore: Fool

– Walter Moers: Die Stadt der träumenden Bücher

ein sich für den Rest des Tages weiter den internetbezogenen getippten Worten widmender Ausserirdischer