Beantwortung des Fragebogens für Männer (Eintrag XXIII)

Hollera zusammen,

ich habe ein Faible für Fragebögen jedweder Art, daher hab ich diesen hier von der hochwohlgeborenen (Nein, nein, ich bin nicht darauf hingewiesen worden, dieses Wort zu verwenden *fg) Sophia Mandelbaum (bei Twitter auch als Mlle Amandier bekannt) einfach hierher transferiert und einen eigenen Blogartikel aus ihren Fragen und meinen Antworten dazu erstellt.
Die in den Klammern und in Kursivschrift hervorgehobenen vorhandenen Anmerkungen zu den einzelnen Fragen stammen trotz meines bekannten Klammernfimmels diesmal logischerweise nicht von mir, sondern sind von der geschätzten Verfasserin gemachte Zusatzinformationen zu den einzelnen Themengebieten, welche ich nun in den folgenden Abschnitten beantworten werde:

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1. Die erste Auslese

  • Findest du kochen/ stricken/ backen Frauensache? (Dann werden wir in Fetzen und unter Magenkrämpfen sterben müssen.)

Ich finde, dass nur derjenige diese Tätigkeiten ausüben sollte, der dazu ein Mindestmaß an Talent besitzt, wobei gemeinsame Back- und Kochsitzungen auch bei weniger vorhandenem Talent recht spaßig sein können (vorausgesetzt, man hat für den Notfall die Telefonnummer eines Bringdienstes oder ein passables Restaurant respektive eine nicht untierverseuchte Imbissbude in der Nähe).

  • Findest du Bücher lesen anstrengend und guckst dir lieber die Verfilmungen an? Oder lieber noch Filme, bei denen es nicht mal Bücher ZUM Film gibt? (Rambo vielleicht oder Transporter 3? Entschuldige, ich muss kurz meinen Kopf gegen die Wand schlagen)

Ja, Bücher lesen ist anstrengend, da ich meist nicht aufhören kann, sobald ich angefangen habe (Hierzu gibt es auch einen gleichnamigen Artikel hier im Logbuch).

  • Kannst du es nicht ertragen, wenn frau deinen Musikgeschmack scheiße findet? („Wenn dir das nicht gefällt, bist du wohl nicht besonders musikalisch und beherrschst sicher auch kein Instrument?“)

Allerdings, ist dies ein Punkt, an dem ich keine platte Kritik vertrage. Ich bin selber recht breit gefächert, was meinen Musikgeschmack angeht, bin aber bei der Wahl von Tonträgern, die es zu meinem Ohr schaffen, trotzdem sehr wählerisch. Dass man geschmacklich nicht auf der gleichen Wellenlänge liegen kann, ist selbstverständlich und dass viele Leute mit einigen der von mir geschätzten Künstern nichts anfangen können, ist klar. Wer aber daherkommt und meinen MusikGESCHMACK per se als ’scheiße‘ tituliert, der darf getrost dahin auswandern, wo man pangalaktische Donnergurgler zu sich nimmt oder es – wenn er sich gut anstellt – mit einer fundierten Kritik versuchen und hoffen, dass ich danach wohlgesonnener bin.

  • Bist du Sportmissionar? (Ich fange nicht damit an, ehe die Cellulite mit mir angefangen hat!)

Sport? Äh… ja. Da war mal was (Mit Betonung auf ‚war‘) und ob je wieder da was sein wird, hängt davon ab, ob ich es jemals schaffen werde, das Rudel (oder sagt man in dem Fall die Rotte?) Schweinehunde zu überlisten.

  • Bist du ein Freund der knappen Sätze, die du gern mit leeren Zeilen streckst?

Eigentlich schon, sonst würde ich nicht so viel twittern. Ansonsten könnten vielleicht die Artikel in dieses Blogs oder die darin verwendeten längeren Wortketten zwischen den einzelnen Satzschlusszeichen darauf hindeuten, dass es durchaus schon einmal vorkommen kann, dass ich mich gerne ein wenig wortreicher ausdrücke. Ob diese Zeilen leer sind, darf jeder Leser der Satzkonstruktionen selber beurteilen.

  • Bekommst du bei intellektuell angehauchten Diskussionen explosive Durchfälle?

Höchstens geistiger Art, wenn ich mich in ein Thema zu sehr verbeiße.

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2. Der geistige Gesundheitszustand

  • Kannst du dich an deine Kindheit erinnern? (Alter und Gedächtnisleistung einschätzen; massive Traumata ausschließen)

Das kann ich sehr gut und mache ich ab und an sehr gerne.

  • Wenn ja: Hast du ein oder mehrere Tiere (Insekten und Spinnen ausgenommen) bewusst getötet? Und dabei ein Lustgefühl verspürt? (Anders formuliert: Taugst du als Axtmörder?)

Auf Anhieb fallen mir da nur Fische ein, die aufgrund der später geplanten Nahrungsaufnahme ihrem Lebendzustand adé sagen mussten. Das Lustgefühl war damals wohl eher die Vorfreude auf ein leckeres Abendessen (Die Kindheitsepisode mit dem Huhn bei meinem Großonkel auf dem Land und der Axt und dem kopflosen Herumrennen des Getiers nebst späterer Verspeisung lasse ich auf einen erneuten Blick auf den Klammerntext der Frage an dieser Stelle besser aus).

  • Hast du deine Mutter dazu überreden wollen, mit dir Zungenküsse zu üben? (Hashtag Ödipus)

Küssen an sich und mit Zunge ist schon eklig genug, oder nicht? Den weiteren Gedankengang zu dieser Frage spare ich mir aufgrund eines gerade verzehrten Imbisses.

  • Hast du das Geschlechtsteil deines Vaters immer mit einem gewissen Missmut betrachtet? (Hashtag Ödipus, Teil II)

Ööhm… Nö?!?

  • Ist das Einzige, was dich zum Weinen bringt, ein gutes Chili?

Zwiebeln sind auch nicht zu verachten und Tränengas oder Insekten im Auge eigen sich ebenso hervorragend.

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3. Resthürdenaufbau

  • Bist du ein Naturfanatiker? („Alles, was draußen wächst, ist ursprünglichste Medizin! Auch die giftigen Sachen!“)

Ich nehme die Natur wahr und kann mich ab und zu hinsichtlich des Erholungsfaktors an ihr laben. Auch schmeckt Essen aus natürlicher Umgebung besser als Fertigfraß.

  • Lehnst du Autos der Umwelt zuliebe grundsätzlich ab? (Ich habe eine Phobie vorm Zug fahren, die mir wichtiger ist als deine Ökoader. Die ich grundsätzlich aber gern voraussetze, mit freundlichen Grüßen: Ambivalenzen und Partner.)

Ich hasse den ÖPNV und versuche derzeit nur aufgrund der vorhandenen Restgesundheit, der nicht vorhandenen Fitness und dringend notwendiger Frischluftdosen, selbst die kürzesten Strecken zu Fuß oder mit dem Rad zu absolvieren.

  • Findest du, dass jeder ein Revoluzzer ist, der Strom aus dem städtischen Netz befreit?

Strom befreien? Ich dachte, dass dies mit den neuen Gesetzen zur Käfighaltung nicht mehr erforderlich sei.

  • Saugst du Vertraulichkeiten aus anderen Leuten, ohne welche zurück geben zu wollen?

Ich habe das vampyrhafte Verhalten hinsichtlich Intimitäten schon recht früh ad acta gelegt und bohre auch nicht einem inneren Zwang folgend nach. Jedoch scheint es, dass gerade dieses Verhalten meinerseits bei eingen Mitmenschen dazu führt, dass sie Vertraulichkeiten an mich weitergeben. Ich behandle diese jedoch dem Namen entsprechend mit Bedacht. Die eigenen Vertraulichkeiten gebe ich nur an diejenigen ab, die sie interessieren und die meiner Meinung nach auch qualifiziert genug sind, damit umzugehen.

  • Musst du ständig über Politik diskutieren? („Europa kann nur da sein, wo es auch Diätmarzipan gibt!“)

Ich bin – Im Gegensatz zum weiten Teilen aus dem Gebiet der Rockmusik – kein Freund von politschen Themen, da mir zumeist das oftmals vorausgesetzte Detailwissen fehlt. Sollte ich jedoch vor die Wahl gestellt werden, ob ich lieber Boulevardfernsehen schaue oder mich auf ein politisches Gespräch einlasse, ziehe ich die Form der verbalen Kommunikation der Form der seichten aber schauerlichen Berieselung vor.

  • Findest du mich toll, so, wie ich bin, oder wärst wenigstens bereit und solvent genug, die SchönheitsOP zu finanzieren?

Dies ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann, da ich die fragenstellende Person noch nie zu Gesicht bekommen habe und so solvent, dass ich kein Problem damit hätte, eine Schönheitsoperation zu finanzieren bin ich mit Sicherheit nicht.

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ein sich nach diesem Fragebogenausflug wieder den weitaus sinnloseren Beschäftigungen widmender Ausserirdischer

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6 Antworten to “Beantwortung des Fragebogens für Männer (Eintrag XXIII)”

  1. quarkkalibur Says:

    bingo. ich war versucht, ähnlich weise zu antworten. es scheiterte dann an der weisheit.

    • Versuche nicht, mir nun für diese Beantwortung Weisheit zu unterstellen. Es könnte passieren, dass ich das glaube.

      ein sich aber trotzdem über derlei positiven Kommentare freuender Ausserirdischer

  2. Kennst du die Fragebögen aus Max Frischs Tagebüchern? Die Fragen dort sind vielleicht nicht mehr alle so aktuell, aber ich finde sie trotzdem ganz interessant (für damalige Verhältnisse).

    • Bis jetzt bin ich zumindest bewusst nicht mit diesen Fragebögen in Kontakt gekommen aber mein Interesse ist nun geweckt und ich werde mich einmal schlau machen.

      ein sich für den Tipp bedankender und ein starkes Faible sowohl für belanglose als auch tiefschürfende Fragen in Fragenform habender Ausserirdischer

  3. Wenn ich dir schon nicht bei deinem „favstar-Problem“ helfen konnte …:-)

  4. Noch einmal zu den Fragebögen/Tagebüchern bei Max Frisch: Frisch hatte mehrere Tagebücher geschrieben (keine herkömmlichen; mehr Skizzen und auch schon kleinere Kurzgeschichten usw.); die angesprochenen Fragebögen (es gibt gleich eine ganze Reihe) sind in „Tagebuch 1966–1971“ enthalten.

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