Area4 2009 – Ein Festivalbericht in vier Teilen – Teil 3 (Eintrag XIII)

Vorbemerkung:

Es ist ganz schön schwer, nur anhand der Erinnerungen ein solches Wochenende zu rekapitulieren. Vor allem da die ganzen Annektoten rund um den Zeltplatz nach einem gewissen Zeitabstand nicht mehr genau den einzelnen Tagen zuzuordnen sind. So kann es passieren, dass Ereignisse, die am Samstag stattgefunden haben, in den Bericht von Sonntag mit einfließen oder bereits im Freitagsbericht abgearbeitet sind. Anhand des Lineups kann man aber zumindest festmachen, welche Bands man wann gesehen hat und das ist ja schließlich das entscheidende Kriterium.

Here we go: Der Samstag

07:00 Uhr Weckkommando Dixieleerung. Um kurz nach sieben sind wir anfangs zu dritt in mehr oder weniger wachem Zustand aus den Zelten heraus und überlegen gerade, den Campingkocher aus dem Zelt zu holen und die erste Kanne Kaffee aufzubrühen, als der erste Besucher an unseren Zeltplatz tritt. Ein freundliches junges Mädchen mit heißem Kaffee für 2,00 Euro die Tasse und blendender Laune im Gepäck. Nachdem wir drei es schaffen, dass sie ihre Stimme drosselt, führen wir das Verkaufgespräch (Schwarz? Mit Milch? Zucker?) flüsternd fort und erstehen uns zum Start in den Tag jeder einen halbwegs heißen Becher Kaffee. Im Vergleich zur Plörre, die es letztes Jahr beim Supermarkt auf dem Zeltplatz gegeben hat, schmeckt dieses Heißgetränk ausgesprochen gut und die zwei Euro pro Becher sind gut investiert. Da es aber nicht an unser selbstgefiltertes schwarzes Gold der Frühe heranreicht und wir damit rechnen, das auch die anderen bald aus Ihren Zelten krabbeln (sieben von uns sind Kaffeetrinker oder gar Kaffeesuchtis) entschließen wir uns das weitere Frühstück inklusive Kaffee kostengünstig selber vorzubereiten.

Der Campingtisch erweist sich als sehr lohnenswertes Mitbringsel. Nach und nach kraxeln alle aus den Zelten und schließlich sitzen wir zu neunt unter dem Pavillon und reichen uns gegenseitig Brot, Salami, Nutella, Senf, Kaffee und Salat (Salat bezeichnet hierbei eine Wasserflasche die mit Magnesium- , Calcium- und Multivitaminbrausetablettem angereichert ist und einem am Morgen die nötige Energie und verlorengegangene Elektrolyte zurückgibt). Da die Wasserstelle diesmal so nah ist, entschließen wir uns einer nach dem anderen die noch relativ leeren Duschen aufzusuchen und uns auch äußerlich bei starkem Sonnenschein und Temperaturen jenseits der 20° Celsius eine wohlverdiente Erfrischung zu gönnen. Für mich ist dies eine Premiere. Zum ersten Mal auf einem Festival eine Dusche zu benutzen, ist in Hinblick auf die Schwitzorgie des superheißen Donnerstags und dem gestrigen Konzerttag wahrlich eine Wohltat. Es bietet aber auch den leicht bitteren Beigeschmack, sich wirklich ein bischen alt zu fühlen.

12:00 – 12:30  Revolving Door – Beck’s Gewinnerband (noch nie live gesehn)
Eine der wenigen Bands, die mich wirklich absolut nicht interessieren und zu denen ich dementsprechend auch nicht viel zu sagen habe. Da meine Magenprobleme vom Vortag beendet sind, noch einiges an in der Nacht abgekühltem Bier vorhanden ist und der morgige Tag für die Autofahrer unter uns wieder alkoholfrei ablaufen wird, beschließe ich den Vormittag / Mittag zu nutzen, um die geringe Alkoholmenge vom Vortag zu kompensieren.

12:50 – 13:25  Everlaunch (noch nie live gesehn)
Die eigentlich vorgesehenen Ill Scarlett wären mit Sicherheit eine Band, für die man auch um die Mittagszeit das Festivalgelände hätte aufsuchen können, um sich einen flotten und erfrischenden Start zu gönnen. Mit dem kurzfristig eingesprungenen Ersatz Everlaunch können wir alle jedoch nichts anfangen, so dass wir einfach unser Frühstück gemütlich ausdehnen. Der mitgebrachte Biertrichter (Ein zuverlässiger Begleiter bei sehr vielen Festivals, Marke Eigenbau) sorgt dafür, dass auch leicht warmes Bier nicht in der Dose schal wird, sondern auf einfachstem Wege im Körper landet. Eine von einer anderen Gruppe selbstgemachte 10-Meter-Rutschbahn aus einer mit Seife, Spülmittel und Wasser überzogenen Plastikplane auf der Landebahn nebenan (später im Quergang gegenüber) liefert genug Eindrücke, um sich faul zuschauend königlich zu amüsieren.

13:50 – 14:25  Callejon (noch nie live gesehn)
Bei Callejon schlägt die Faulheit zu. Mit dem Wissen, dass man die darauffolgende Band auf jeden Fall aufsuchen will und dass es auf dem Gelände vor der Bühne um diese Uhrzeit kaum ein schattiges Plätzchen gibt, vertrödeln wir die Zeit weiter bequem in den mitgebrachten Stühlen hockend, sonnen- oder wahlweise schattenanbetend auf unserem Lagerplatz zwischen den Zelten. Einige machen aus dem Frühstück ein Mittagessen und die ersten traditionell auf keinem Rockfestival fehlenden Raviolidosen werden zubereitet. Danach raffen wir uns immerhin auf, Besteck und Geschirr an der Wasserstelle zu spülen und uns zur Abkühlung ein Rutsche Wasser über den Kopf und die Arme laufen zu lassen (Tipp: An heißen Tagen ist ein nasses T-Shirt weitaus kühlender als mit freiem Oberkörper in der Sonne rumzuwandern).

Nachdem die nötigen Vorbereitungen getroffen sind, gehts zu dritt Richtung Bühne.

14:55 – 15:40  Rival Schools (Backstage gesehen 15.03.02 im Underground, Köln | Support: Hundred Reasons)
Da um die Uhrzeit nur vereinzelt Leute unterwegs sind, muss man bei den Securitys nicht lange anstehen. Auch ein Besuch des LM-Zeltes ist lohnenswert, denn dort gibt es nach Ausfüllen einer Gewinnspielkarte nette Goodies zum mitnehmen (Dieses Jahr ein Shirt, bei dem man aus mehreren erstaunlich guten Motiven wählen kann, eine praktische Gürtel- / Umhängetasche oder ein massives Klickfeuerzeug inklusive Lanyard). Leider werden im Laufe des andauernden Festivals die Kontrollen dort besser, so dass man nicht mehrfach unter Angabe von Phantasienamen die gleichen Goodies mitnehmen kann. Da zu der Uhrzeit Schatten auf dem Gelände rar ist, machen wir drei uns auf in die zweite Reihe vor die Bühne, um den sonnenbrandverursachenden (bei den acht anderen zumindest) Strahlen zu entfliehen.

Rival Schools haben gute Laune und spielen ein unaufregendes aber feines kurzes Set. Da aber anscheinend nur ganz wenige Leute die Band und ihre Songs kennt und zu schätzen weiß, kommt selbst vor der Bühne nur schleppend Stimmung auf. Dennoch ist es schon bemerkenswert, wie wandelbar dieser Walter Schreifels ist, der als Gitarrist von den Gorilla Biscuits und als Frontmann von Quicksand und CIV schon seit Jahren Vorreiter für so viele gute andere Musiker und Bands gewesen ist.
Die Clubshow 2002 vor 200-300 eingefleischten Fans ist natürlich um einiges intensiver und auch rockiger gewesen, dennoch bin ich froh, mich aufgerafft zu haben, um sie auf dieser übergroß wirkenden Bühne noch einmal live zu sehen.

Nach dem Auftritt füllt sich das Halbrund vorne langsam mit immer mehr Broiler-Fans und wir treten zu dritt wieder den Heimweg an.

16:10 – 16:55  Broilers (noch nie live gesehn)
Da zwei unserer Gruppe die Broilers als Vorgruppe der Dropkick Murphys bereits live erlebt und für grottenschlecht befunden haben, ziehen wir es hier vor, noch eine Pause ein- und Futter und Bier nachzulegen. Trotz der teilweise recht interessanten Tönen, die von der Bühne zum Zeltplatz rüberwehen, bereuen wir unseren Entschluss nicht und nutzen die Zeit, noch ein paar gekühlte Getränke, Essensvorräte und Klamotten vom Parkareal Richtung Zeltplatz zu holen.

17:25 – 18:15  The Get Up Kids (noch nie live gesehn, wenn ich mich nicht irre)
Lang ist’s her. Man kann die Zeit vor und kurz nach dem Millenium mittlerweile schon mit ‚damals‘ titulieren. Damals, als der Begriff Emo noch keine Konnotationen mit suizidal, oder einem seltsamen Look für Klamotten und Styling zu tun gehabt hat. Damals, als man unter Emo einen rockigen melodiösen Musikstil beschrieben hat, der seine Wurzeln im aggressiven Hardcore gehabt hat. Damals als die Urväter dieser Musik Samiam und die Speerspitzen Jimmy Eat World und eben jene, dort auf der Bühne agierenden, wiedervereinten Get Up Kids gewesen sind. Zu dritt machen wir noch einmal einen Streifzug an dem sehr winzig gehaltenen Merchandisebereich vorbei, Erstehen uns zum Schnäppchenpreis von 10,00 Euro 3 Shirts guter Qualität unserer Wahl aus der Restekiste. Danach hocken wir uns gemütlich ins Gras. Es findet sich noch ein Mädel unserer Gruppe ein und zu viert liegen wir alle Viere von uns streckend im Gras in der Nähe des Towers und genießen die zeitlosen Songs der alten Herren auf der Bühne.

18:45 – 19:45  Thursday (noch nie live gesehn)

Wir verlagern unseren Standpunkt von der rechten auf die linke Seite des Towers in etwa auf die gleiche Position, von der wir auch die Deftones genossen haben nur mit dem Unterschied, dass heute kaum Gedränge herrscht und bis auf den Bereich direkt vor der Bühne überall sehr viel Platz zwischen den einzelnen Zuschauern ist. Die Spannung ist schon recht groß, welche Songs Thursday live spielen werden und vor allem, ob die Band nicht nur songtechnisch sondern auch von der Art der Liveperformace eher so klingen werden, wie auf ihrem brachialen Debutalbum oder eher hinterlistig agressiv mit vielen ruhigeren und melodiösen Momenten, wie bei ihrem neuesten Output. Die erste Überraschung folgt nach dem Intro. Da Thursday zusammen mit den herausragenden Poison The Well die Herbsttour für Rise Against begleiten, revangiert sich Tim McIlrath, der Frontmann von Rise Against, indem er beim ersten Thursday-Song nach dem Intro auf der Bühne steht und die Schreiparts übernimmt. Beim Rest des Sets wieder auf sich alleine gestellt, rocken Thursday durch ihr Programm. Trotz viel Bewegung und Hingabe auf der Bühne, sehr gut abgestimmten Musikern und abwechslungreichem Gesang, will der Funke bei mir nicht komplett überspringen. Ich denke aber, dass der gleiche Auftritt in einem kleinen Club eine fulminate Wirkung haben wird. Daher kann ich jedem, dem es möglich ist, nur raten, sich ein Ticket für die Herbstshows zu sichern.

20:15 – 21:15  Eagles of Death Metal (noch nie live gesehn)

Die Eagles sind eine der zwei Bands, bei denen die Vorfreude auf den Liveauftritt wirklich groß ist. Dass ihre rockigen und bluesigen Songs grandios sind, sollte jedem klar sein, der eines ihrer Alben gehört hat. Wer das noch nicht getan hat, sollte dies dringend nachholen. Anscheiend ist es beim Area4-Publikum aber noch nicht angekommen, was sie in der folgenden Stunde erwartet, eventuell sind auch viele Besucher vom irreführenden Namen abgeschreckt. Mir kann es recht sein, denn zum ersten Mal bei diesem Festival ist mein Bedürfnis die Band im Staub und Gedränge aus den ersten Reihen zu sehen größer als der Wunsch die Liveperformance etwas distanziert zum Moshpit in Ruhe zu beobachten. Nach anfänglichen Abstimmungsschwierigkeiten legen die Mannen Jesse „The Devil“ Hughes ordentlich los. Eine Setlist und Show, die mit Death Metal absolut gar nichts zu tun hat, sondern das Motto ‚Rock ’n Roll at it’s best‘ zelebriert, inklusive Sprechchören vor der Bühne (Eagles, Eagles, Eagles…). Der Frontmann genießt es offensichtlich vor einem solchen großen Publikum zu agieren und bietet dann die klischeehaften aber durchaus angebrachten Ansagespielchen (All the ladies say uhhh…. all the boys say whoaaa…). Vor der Bühne ist soviel Platz, dass man in Ruhe selbst die wildesten an Twist erinnernde Verrenkungen aufführen kann. Der aufgewirbelte Staub nimmt einem die Luft zum Atmen und legt sich wie ein Schleier über die Augen und zum ersten Mal an diesem Wochenend wünscht man sich einen ordentlichen Regenschauer.

[Einschub: Der Moshpit.
Man mag von Pogo und Moshpit halten was man will aber ich habe mich nach anfänglichen Bedenken immer im vorderen Bereich bei Konzerten am wohlsten gefühlt. Sei es bei Metalbands à la Fear Factory oder Prong oder bei Punkbands wie den Ramones oder NOFX. Als etwas kleinerer Konzertbesucher kann man hier nach Herzenslust rumspringen und somit immerhin genug von der Bühne und den dort agierenden Künstlern sehen.
Des weiteren habe ich es bisher immer so erlebt, dass – egal wie hart die Bandagen waren, mit denen sich die Leute dort Platz zum Tanzen geschafft haben – vor der Bühne immer sehr rücksichtsvolle Menschen unterwegs sind, die einem sofort auf die Beine helfen, wenn man sich mal langmacht oder auch im größten Gedränge einen Kreis freihalten, wenn jemand sich die Schuhe zubinden muss oder nach einem verlorenen Wertgegenstand Ausschau halten muss.
Im Laufe der von mir besuchten Konzerte hab ich gelernt, dass man da vorne aber auch so einiges a Ellbogen, Knien, Schubsern, Remplern und Knüffen einstecken muss, diese aber auch genauso bedenkenlos austeilen kann. Ab und an gibt es dann für die hüpfende Meute von den Musikern Vorgaben, was sie von ihren Zuschauern gerne sehen wollen, beispielsweise das berühmte auf- und abspringen auf Zuruf oder aber die etwas ausgefeilteren Bewegungsabläufe eines Circle Pit oder einer Wall of Death.]

Das führt uns dann wieder zurück zu den Eagles of Death Metal auf dem Area4 2009. Das Pogo ist mehr ein lustiges Herumhüpfen mit leichtem Touchieren der Schultern und alle fünf Minuten versuchen die Kids irgendwelche abgesprochenen Aktionen à la Circle Pit und Wall Of Death aufzuführen. Ich komme mir zwischenzeitlich vor wie beim Bund, wo sich auch keiner ohne vorgegebens Kommando bewegt und begleitet von den rockigen Klängen der Band grinse ich wie ein Honigkuchenpferd über die ach so rebellische, gefährliche und gewaltbereite Jugend (Nach einem weiteren lustigen Herumlaufen gegen den Uhrzeigersinn, welches einen Circle Pit darstellen soll, schlage ich einigen als Scherz lapidar vor, doch einmal die Richtung zu wechseln, nur um daraufhin lautlachend zu beobachten, wie der heldenhafte Mob nun im Uhrzeigersinn durch den Staub kreiselt). Der Vorteil dieser Kreiselaktionen ist, dass die umstehenden Leute der kleinen Horde in der Mitte unglaublich viel Platz lassen und ich somit auch sehr viel Raum habe zu tanzen, springen und um die rockige knappe Stunde auf der Bühne gebührend auszukosten.

Nach diesem famosen Konzerterlebnis treiben mich aber Staub, Schweiß, einsetzende Kälte, Heiserkeit und Durst aufgrund einigen Tonnen an Staub in den Atemwegen zurück zu unserem Zeltplatz.

21:45 – 23:00  AFI (noch nie live gesehn)

Eine der Bands, mit denen ich mich im Vorfeld des Wochenendes mehrfach auseinandergesetzt habe aber trotz mehrmaligem Hören ihrer Longplayer bin ich nicht wirklich warm mit Sound, Stimme und den einzelnen Alben geworden. Da Rise Against die zweite Must-See-Band des diesjährigen Area4 noch zu späterer Stunden spielen werden, nutzen wir alle die Zeit, noch einmal etwas warmes in den Magen (Merke: scharfe asiatische Nudelsuppen, wärmen nicht nur den Bauch, sondern befreien auch bei starkem Staub die Atemwege nachhaltig) und etwas kaltes für die Leber zu uns zu nehmen.

23:30 – 01:00  Rise Against  (noch nie live gesehn)

Der Headliner des zweiten Tages steht an. Unsere Gruppe ist verstreut, da einige schon vorher losgezogen sind, um doch noch ein paar Töne von AFI zu hören oder um noch ein paar Devotialien zu erstehen. Andere bleiben noch ein wenig im Zelt und wollen nachkommen. Zu zweit machen wir uns auf und schauen uns bei niedrigen Außentemperaturen den gesamten Auftritt vom Rand stehend genau an. Um es kurz zu fassen. Es ist gut. Wirklich gut. Die Musiker haben Laune und vor allem der Gitarrist der Band agiert wie ein Flummi auf der Bühne und läuft sicherlich einige Kilometer während des gesamten Gigs. Die Songs kommen rockig und auf den Punkt gespielt aus der mächtigen Anlage, der Sound ist sehr gut und von außen sieht man, dass die Leute bis hin zum Soundtower mitspringen und mitfeiern. Überhaupt ist das Gelände sehr voll (Generell bekommt man jedesmal an diesem Wochenende einen Schock, wenn man über die Videoleinwand die Perspektive von der Bühne über die Zuschauermassen bis zum Eingang des Konzertgeländes sieht und weiß, dass man gerade selber mitten unter diesen ganzen Leuten steht). Ziemlich in der Mitte des Sets gibt es einen Ruhepol, als der Frontmann zwei Nummern mit der Akkustikgitarre zum besten gibt. Ich bin sehr fasziniert, dass er nicht nur sehr laut singen, energetisch schreien, sondern auch mit toller Stimme melodiös einen Song vortragen kann.

Insgesamt bin ich froh, Rise Against live erleben zu dürfen, jedoch finde ich, dass es zwischen dieser bei aller Spielfreude schon fast routiniert wirkenden Liveshow und den Alben kaum einen Unterschied gibt. Auf die Dauer von fast 75 Minuten fehlen mir persönlich auch ein paar Abwechslungen in Rhythmik, Sound und Dynamik, welche die von mir geliebten Livebands von den guten Bands (Zu denen Rise Against zweifelsfrei zählen) unterscheidet.

Feierabend. Denkste! Noch an unserm ausgemachten Punkt treffen wir ein paar der anderen Leute unserer Truppe, welche noch das Partyzelt unsicher machen wollen. Wir wollen noch einmal kurz zum Zelt, ein Bierchen trinken und verbleiben, dass wir später hinterherkommen. Die paar entspannenden Minuten auf dem Zeltplatz tun gut, um die ganzen erlebten Auftritte des Tages ein wenig sacken zu lassen und zu verarbeiten. Nachdem sich dann Teile in ihr Zelt verabschieden, beschließen wir zu zweit die anderen im Partyzelt aufzusuchen.

Vor dem Eingangsbereich ist auch um 02:00 Uhr eine ganze Menge los. Aus dem Party- / Rockzelt klingt Rage Against The Machine, während ein kurzer Blick auf den Techno-Discohangar eine gähnende Leere offenbart. Die Securitys beschließen aber aufgrund des proppevollen Zeltes, nur dann Leute durch den schmalen Einlass hereinzulasssen, wenn andere Besucher die Absperrung Richtung Zeltplatz überqueren. Immer mehr Leute drängeln von hinten nach, obwohl es vorne nicht weitergeht. Ich fühle mich zum ersten Mal an diesem Wochenende ein wenig mulmig aufgrund der Beengtheit for dem Einlass. Als im Zelt dann der Song ‚Zehn‘ von Farin Urlaub laut hörbar gespielt wird, beginnen einige auch vor der Absperrung mit springen. Bevor jedoch die ersten klaustrophobischen Anfälle auftreten, erbarmen sich die Securitys ein wenig und wir beide sind im Einlassbereich.

Hier muss ich die Veranstalter vom Area4 mehrfach kritisieren und fragen:

  • Warum wird auf einem Rockfestival ein Technobereich für die Afterparty eingerichtet? Wäre dies ein weitere Rockbereich, würden sich die Leute besser verteilen und es käme nicht zu einem solchen Gedränge wie am Samstag Abend nach den Liveshows (An den zwei Abenden, wo ich zugegen war, hab ich im Technoareal selten mehr als einen handvoll Leute rumhüpfen sehn).
  • Wie kann man in einer ersichtlichen Gefahrensituation (starkes Gedränge vor der Absperrung) darauf beharren, keine Leute einzulassen und zu riskieren, dass Besucher hier unter die Räder geraten (In dem Bereich wo wir stehen, als es eng wird, ist die Möglichkeit, zur Seite oder gar nach hinten auszuweichen nicht mehr gegeben)?
  • Wie kann man dann noch geistig so im Dreck kriechen so sturdoof sein, die fast eingequetschten Leute, die man reingelassen hat noch durchsuchen zu wollen, anstatt sich um die anderen noch vor der Absperrung eingepferchten Menschen zu kümmern?

Als wir dann endlich im rammelvollen Zelt sind und die Rest unserer Gruppe finden, beschließen wir den Rest des Abends die aufgestaute Wut über dieses Fehlverhalten der Securitys mit hüpfen, tanzen und trinken auf engstem Raum zu verbringen. Nassgeschwitzt geht es dann gemütlich zurück zum Zeltplatz und gegen 04:30 neigt sich auch der Samstag seinem Ende zu und lässt uns allen nur noch einen Tag vom Area4 2009 übrig.

Im noch ausetehenden letzten Teil des Berichts gibt es dann die größte Enttäuschung und die größte Überraschung des Festivals.

ein den vorletzten Teil des Berichts mit ’stay tuned‘ beendender Ausserirdischer

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2 Antworten to “Area4 2009 – Ein Festivalbericht in vier Teilen – Teil 3 (Eintrag XIII)”

  1. und ich bin immer noch der Meinung das der Frontmann von den Eagles PORNORALLE heisst. Der Schnäuzer und der Ententanz sprechen echt dafür!

  2. thursday1997 Says:

    guter Bericht!

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