Area4 2009 – Ein Festivalbericht in vier Teilen – Teil 1 (Eintrag XI)

Vorabinfo:

Das Area4-Festival hat sich zwischen den großen Rockfestivals wie Rock am Ring, Hurricane, Highfield mittlerweile etabliert. Aus dem Ein-Tages-Festival in Oberhausen ist ein 3-Tages-Festival mit 20.000 Besuchern geworden ( Hier gibt es eine detaillierte Kurzinfo). Nach einem Tagesbesuch 2007 und einem tollen Konzertwochenende im letzten Jahr ist die 2009-er Ausgabe mein drittes Area4- und insgesamt mein 15. Rockfestival.

Dieses Jahr besteht unsere Gruppe aus neun Leuten (Baujahr ’76 – ’80). In den folgenden Tagesberichten möchte ich für mich noch einmal das diesjährige Erlebnis mit einem Schwerpunkt auf die einzelnen Liveauftritte festhalten ohne das notwendige Drumherum unerwähnt zu lassen.

Da ein solches Wochenende von jedem anders wahrgenommen wird, möchte ich im Vorfeld darauf hinweisen, dass dies kein vollständiger, sondern ein im Nachhinein geschriebener (Während des Festivals hatte ich weitaus besseres zu tun, als mir Notizen zu machen) subjektiver (Gerade bei den Konzertberichten gibt es mit Sicherheit genug abweichende Meinungen) Bericht zu diesem Augustwochenende sein soll.

Damit das ganze nicht zu unübersichtlich wird gibt es für jeden einzelnen Tag einen separaten Blogeintrag.

OK, genug geschwafelt, los geht’s:

Donnerstag, die Anfahrt

Die Tage vor dem Donnerstag sind schon in aller Ruhe die notwendigen Fressalien, Bier und Kleinigkeiten, die einem das Festivalleben angenehmer machen, eingekauft worden. Da unsere Gruppe, bestehend aus neun Leuten, aus beruflichen Gründen nicht alle gemeinsam losfahren können, sind auch die Zelte und der Pavillon der Nachzügler auf die fünf Donnerstagpioniere verteilt. Nach den ersten Infos soll der Campingplatz am Donnerstag um 18:00 Uhr seine Pforten öffnen. Im Forum steht später jedoch von offizieller Seite, dass man erst gegen 20:00 Uhr den Zeltplatz für die ersten Festivalhungrigen öffnen wolle. Wie haben uns geeinigt, dass 19:00 Uhr eine gute Ankunftszeit wäre. Sind die Tore bereits offen, kann man in Ruhe einen Zeltplatz suchen (im Vorjahr waren wir zu siebt und die ersten (nämlich wir) sind Freitags Mittag angekommen und konnten ein passendes Areal für alle abstecken und mit Zelten bepflanzen), und sollten sie erst gegen 20:00 Uhr öffnen, muss man am bisher heißesten Tag des Jahres (37° Celsius) nicht allzu lange warten.

Gesagt getan, nachdem der frühe Nachmittag mit dem Packen der Taschen und Beladen des Autos schweißtreibend genutzt wird, geht es Donnerstag Nachmittag dann auf Richtung Münster mit dem Ziel Flugplatz Borkenberge bei Lüdinghausen.

Die ersten unserer Gruppe kommen gegen 18:00 Uhr an und berichten voller Panik, dass kaum noch ein Zeltplatz frei wäre, da man wohl schon entgegen allen offiziellen Ankündigungen seit 15:00 Uhr Besucher hineingelassen hätte. Als wir dann das Auto parken (Dass wir es wieder wie im Vorjahr geschafft haben, keine 50 Meter weg vom Haupteingang eine Parklücke zu finden, deute ich zu dem Zeitpunkt als gutes Omen für den restlichen Verlauf des Wochenendes), hat unsere Vorhut zum Glück noch einen Platz für unsere sechs Zelte und den Pavillon gefunden und verteidigt diesen wacker bis 19:15, als wir dann zu dritt mit der ersten Gepäckladung im Schlepptau auf dem Platz eintreffen, der für die nächsten Tage unser zu Hause sein soll.

Entsetzt, dass wirklich schon Unmengen an Leuten auf dem kleinen Zeltplatz verteilt sind, stellen wir jedoch fest, dass der ausgesuchte Platz ideal gelegen ist. Nahe an der breiten Landebahn in unmittelbarer Nähe von einer Doppelreihe Dixies, die Dusch- und Trinkwasserstelle in Augenweite, den Zischstand, an dem es gekühlte Getränke für humane Preise für den Zeltplatz gibt, einen Steinwurf weit weg und ansonsten auch ziemlich mittig zwischen Parkplatz und Festivalgelände. Zusätzlich scheinen die direkten und indirekten Nachbarn recht human zu sein, so dass man nicht befürchten muss, sein Zelt nach dem Besuch des Festivalgeländes zertrampelt oder abgefackelt wieder zu finden.

Normalerweise ist nach der langen Fahrt und der ersten Schlepporgie jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich hinzusetzen, rauchend das erste noch eiskalte Dosenbierchen zu süffeln ein wenig zu klönen und dann in aller Ruhe mit dem Aufbau der Zelte zu beginnen. Selbst die einsetzende Dunkelheit gegen 21:15 Uhr ließe uns noch genug Zeit, den Platz allmählich bewohnbar zu machen.

Aber, Pustekuchen! Gewitterwarnungen und aufkommende heftige Windböen machen den Zeltaufbau zu einer sehr stressigen Angelegenheit. Beim Blick auf die Gruppe gegenüber, deren Pavillon sich bei einer stärkeren Windhose verabschiedet, lassen wir unseren besser noch unaufgebaut und widmen unsere ganze Energie den 6 aufzustellenden Zelten. Die Tatsache, dass einige von uns es nicht geschafft haben ihr Zelt vor dem Area4 einmal probeweise aufzubauen oder sich zumindest die Anleitung durchzulesen, macht den gesamten Aufbau nicht einfacher. Jedoch gelingt es uns mit der uneigennützigen Hilfe von zwei sehr netten Teenagern (die beiden haben meinen Glauben in die Jugend wirklich entscheidend wieder verstärkt) und einer Person unserer Truppe, welche uns andere anspornt und wo es nötig ist auch einmal zurechtweist, alle Zelte aufzubauen. Begleitet von jeder Menge Flüche über die vier von uns, die erst am Freitag eintreffen und uns fünf die ganze Arbeit machen lassen schaffen wir es vor dem Einbruch der Dunkelheit auch alles wind- und wetterfest abzuspannen.

Das angekündigte Gewitter hat an dem Abend anscheinend ein Herz mit den Besuchern des Festivals und zieht zum Glück grummelnd und mit etlichen Blitzen bepackt am Zeltplatz vorbei, so dass wir uns endlich in Ruhe hinsetzen und grillen können. Nach einigen kühlen Bierchen vom Fass und aus Dosen (und den ersten Biertrichtern), knoblauchdurchzogenen Salaten und lecker Grillgut für uns und die fleißigen Helfer ist die ganze Hektik des Nachmittags vergessen. Selbst der dann doch einsetzte Regenschauer, kann die Laune nicht mehr trüben. Wir fünf begeben uns in das Vorzelt unseres größten Zeltes und quasseln ein wenig über alte Zeiten. Den Vogel des Abends schießt der Kollege aus dem hohen Norden ab, der eine in Hektik des einsetztenden Regens von mir gereichte halbvolle Bierdose gierig an den Hals setzt um dann festzustellen, dass dies die Dose gewesen ist, die eben noch als Aschenbecher gedient hat (Dass er sich noch einen zweiten vorsichtigen Schluck aus dieser Dose genehmigt, um sicher zu gehen, warum dieses Bier komisch schmeckt, lasse ich hier mal weiter unerwähnt).

Da der Freitag vom Programm her erst gegen Abend interessant zu werden scheint und wir noch allesamt trotz Hitze, Fahrerei, Schlepperei und Aufbauarbeit noch sehr in Partylaune sind, geht es nach Mitternacht zum Erkunden des Discozeltes auf dem Campinggelände (Was sich die Verantwortlichen des Area4 dabei gedacht haben, neben einem Zelt mit Rock- und Partymusik, den Hangar zu einem Technozelt umzufunktionieren, verstehe ich heute noch nicht. Mehr dazu aber noch beim Samstagbericht). Das Partyzelt ist nicht brechend voll aber ganz ordentlich gefüllt. Bier fließt zum Leidwesen einiger Geldbeutel in Strömen, es wird getanzt und gelacht. So kann das Festival weitergehen.

Gegen 04:30 machen wir fünf uns dann auf den Rückweg zum Zeltplatz. In dieser Nacht herrschen noch im Gegensatz zum Vorjahr und den folgenden Nächten noch milde Temperaturen und so finden die meisten von uns dann auch schnell den verdienten Schlaf.

Teil 2 (der Freitag) mit den ersten Livebands folgt in Kürze

ein Bericht erstattender Ausserirdischer

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2 Antworten to “Area4 2009 – Ein Festivalbericht in vier Teilen – Teil 1 (Eintrag XI)”

  1. Gut getroffen , würd ich so unterschreiben und bin gespannt auf die nächsten Berichte.
    Wäre die Dose Bier nicht von Dir gekommen hätte ich erst genippt und dann getrunken statt andersrum 🙂

  2. Was ein Abend, ich sehe es noch leibhaftig vor mir. Wollen wir das dieses ‚Wochenende noch mal machen?
    Als Anfängertipp wäre noch hinzu zu fügen, dass man schon am Anreisetag auf die bequemste Kleidung im Schrank zurückgreifen sollte.
    Sonst steht man 4 Tage Festival nur mit zusammengebissenen Zähnen und verdammt viel Alkohol durch.( ok, auch nicht anders als sonst)
    Man kann auch den Nachbarn einen Schluck Selbstgemischten anbieten, danach wollten die keinen Alkohol mehr von uns schnorren!!( Kroatische Bäcker, ich danke euch)

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