Teil2: Siamese Dream von den Smashing Pumpkins (Eintrag VIII)

Hollera zusammen,

nach über einer Woche Blogabstinenz möchte ich heute einen weiteren Eintrag zur Rubrik „Platten für die Ewigkeit“ hinzufügen. Diesmal geht es um eine Band, die Ende der 80-er Jahre begonnen, eine fünfjährige Bandpause eingelegt und vor kurzem ihr Comebackalbum veröffentlicht haben:

Smashing Pumpkins

Die Kürbisköpfe, wie sie von den deutschsprachigen Fans oftmals eher liebevoll als gehässig genannt werden, haben eine längere Geschichte hinter sich und demnach auch einige Album vorzuweisen. Einige dieser Alben finden sich immer wieder in Top-Listen, wenn es um Bands beziehungsweise Longplayer aus den Neunzigern geht.

Ihr Debütalbum Gish ging leider im Zuge der Veröffentlichung von Nirvanas Nevermind unter. Beide Alben sind von Butch Vig produziert worden und daher wurden die Smashing Pumpkins irrtümlicherweise oftmals als Grunge betitelt. Dennoch ist ironischerweise gerade die wachsende Begeisterung für Grunge der Grund, dass die Pumpkins weiterhin nicht nur bei den Kritikern sondern auch bei den Musikfans große Beachtung finden. Für das Nachfolgealben Siamese Dream wird wieder Butch Vig als Produzent an Bord geholt und gemeinsam schafft man ein Rockalbum, dass vor Gitarrenspuren strotzt und das ohne jeden Zweifel den Titel Platte für die Ewigkeit verdient hat.

Die unverwechselbare Art von Drummer Jimmy Chamberlain gekoppelt mit dem doppelten Gitarrenspiel von Frontmann Billy Corgan und James Iha und unterstützt von Bassistin D’arcy Wretzky lassen einige Songs oftmals soweit ausufern, dass es beim Zuhören schon an die Schmerzgrenze geht. Als Gegenpol zu den teilweise dissonanten Saiteninstrumente stehen die oftmals sehr feinen Gesangsmelodien, die von Corgan in seiner unnachahmlichen Art des Nichtsingenkönnens intoniert werden. Bei den Proben zu Siamese Dream kamen so viele Songs zusammen, dass es für die sehr gute aber leider in den Medien nicht sehr beachtete B-Seiten-Auskopplung Pisces Iscariot gereicht hat.

Auch wenn die Kürbisköpfe mit dem nächsten Album oder besser gesagt Doppelalbum Mellon Collie And The Infinite Sadness (Bestehend aus „Twilight To Starlight“ und „Dawn To Dusk“) sowohl Kritiker als auch Fans begeistern konnten und einige Verkaufserfolge feierten, bleiben für mich die 13 Songs von Siamese Dream die wahre Essenz, welche die Pumpkins auszeichnet. Mit dem rockigen Intro „Cherub Rock“, der Hymne „Today“, der Ballade „Disarm“ und dem epischen „Soma“ beinhaltet dieses Album vier meiner fünf Lieblingssongs von den Pumpkins.

Auf diesem Album sind die Gitarren noch laut und manchmal zu wild. Hier ist Corgan noch nicht davon beseelt ein bis auf die letzte Note durchgeplantes Konzeptalbum zu erstellen und man hat als Hörer zumindest den Eindruck, als hätten sich seine Mitmusiker auch ein wenig einbringen können (Corgan galt schon von Anfang an als Kontrollfreak, der alles lieber selber machte.).

Was die Smashing Pumpkins in ihrer Hochphase (1993 – 1995) von anderen Bands unterscheidet, sind die sehr melancholischen und streckenweise sogar düsteren Texte, in denen Corgan manchmal aus sehr persönlicher Sichtweise mit der Welt im allgemeinen und mit Frauen und Beziehungen im speziellen hadert.

Die späteren Album Adore, Machina I + II sowie das Comebackalbum Zeitgeist (Die Auszeit dauerte vom Dezember 2000 bis zum Juni 2005) sind alle für sich alleine genommen auch interessante Longplayer, denen aber im Vergleich zu den ersten Veröffentlichungen sowohl der musikalische Zug nach vorne, die Bissigkeit in den Texten und die Waghalsigkeit im Sound und der Produktion fehlt.

Die Zeiten, in denen ich mich auf Corgans nächste musikalische Output gefreut habe, in der Hoffnung, er würde schlechtgelaunt und mit Wut im Bauch an die ersten Alben der Pumpkins-Ära anknüpfen können, sind mittlerweile vergangen aber Siamese Dream findet immer noch in schöner Regelmäßigkeit einen Weg in meinen CD-Player.

Ein hinsichtlich weiterer Veröffentlichungen von Billy Corgan & den Smashing Pumpkins immer noch aufgeschlossener und sich liebend gerne überraschen lassender Ausserirdischer

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