Archiv für Juli, 2009

Twitterjuwelen – meine Favoriten – Teil 1 (Eintrag X)

Posted in rechtsfreier Raum with tags , , on 31. Juli 2009 by Shumway

Hollera zusammen

Twitter, immer wieder Twitter …

Diese Mitmachwebplattform ist wohl der haupsächliche Grund dafür, dass ich hier gar nich so regelmäßig Sachen nierderschreibe, wie ich eigentlich möchte. Es ist einfacher ein paar Tweets als einen Blogeintrag zu verfassen. Warum? Die Zeichenobergrenze für die Twitternachrichten (die sogenannten Tweets), die noch einschränkender als bei einer normalen Kurzmitteilung vom Mobiltelefon aus ist, liegt bei maximal 140 Zeichen. Da hat man schnell mal ein paar Buchstaben getippt und erhält sogar noch recht schnelles Feedback.

Allerdings liegt genau in dieser Zeichenbegrenzung nicht nur der Segen, sondern  auch der Fluch, mit dem Twitter-User zu kämpfen haben. Wer nämlich die Zeichengrenze überschreitet, müsste dazu zwei oder gar mehrere Nachrichten hintereinander posten. Dies ist theoretisch möglich, ist aber in den Augen von vielen Twitternden genauso sinnig, wie einer Person zwei aufeinanderfolgende SMS zum gleichen Thema zu schicken.

Demnach liegt die Kunst darin, genau mit einem Tweet eine Aussage zu verfassen, die für sich alleine steht (Im besten Fall von anderen weiterverbreitet (Re-Tweet) und / oder als Favorit (Fav) markiert wird .
Bedingt durch diese Problematik / Aufgabe wird an manchen Tweets sprachlich und hinsichtlich der Zeichensetzung so lange experimentiert und gefeilt, bis sie in das entsprechende Format gepresst sind. Erstaunlich ist, dass für die unterschiedlichen Bereiche des täglichen Lebens unter der Prämisse der 140 Zeichen so viele herrliche, und erhaltenswerte Tweets entstehen.

Jeder Twitteruser hat die Möglichkeit, Favoriten anzulegen. Diese verniedlicht und verkürzt genannten Favs beinhalten also die persönliche Essenz der täglich bei seinem Account eintrudelnden Nachrichten. Da man selber bestimmen kann, welche Tweets einem als würdig genug erscheinen, um zu den Favoriten hinzugefügt werden, sehen diese Favoritenlisten bei den einzelnen Twitterusern sehr unterschiedlich oder bei ähnlichem Geschmack auch sehr gleich aus.

Die einen packen sich politisch relevante Beiträge, Links zu Artikeln, Bildern oder Videos, Kochrezepte, Bilder, Prominews, Tiergeschichten, etc. in Ihre Liste, jedoch liegt mein Hauptaugenmerk beim Favorisieren hauptsächlich auf sehr lustigen Alltagsbeschreibungen. Kalauern, Wortspielen und Skurrilitäten bin ich auch nich abgeneigt. Da ich immer weiter Tweets zu meiner Favoritenliste hinzufüge, möchte ich hier den Blog nutzen, um abseits von Twitter auf einen Teil der älteren Perlen aufmerksam zu machen und sie somit zusätzlich zu archivieren.

Genug getippt, hier nun ein Auzug (Teil 1 umfasst 50 meiner Lieblings-Tweets) aus meiner Favoritenliste:
(Hinweis für Nicht-Twitter-User das Rautezeichen vor einem Begriff bezeichnet man als Hashtag (und Nein, das hat nicht mit zu legalisierenden Drogen zu tun). Mit Hilfe dieses Zeichen werden einzelne Tweets verschlagwortet. Beim Lesen einfach das #-Zeichen mit einem „zum Thema“ ersetzen)

Politik & Wirtschaft

  • Nur weil jemand ohne Zögern in eine Krise geführt hat, heißt das nicht, dass er auch einen Weg heraus kennt. #CDU #SPD
  • 80% aller Fälle von Kindessmisbrauch finden innerhalb der Familie statt. Daher sollte der Zugang zu Familien erschwert werden. #zensursula
  • Die ganzen Wichtigtuer, die nach dem Geschäftsmodell von Twitter fragen, sollen mir erstmal das von Opel erklären.
  • Die Verleihung des hessischen Kulturpreises für Toleranz und Dialog scheitert an Intoleranz und Unfähigkeit zum Dialog der Preisträger.

Kalauer & Wortspiel

  • meine mutter meinte, ich müsse mehr unter die leute. twittere jetzt aus dem keller.
  • Ich glaub‘, ich muss bald ein Visum bei der Hiobsbotschaft beantragen.
  • die erde ist eine scheiße.
  • „Die Zeit ist gekommen!“ „Schon wieder? Der Raum hat es echt drauf!“
  • „Es geht doch nichts über kaltes, klares Wasser.“ „Äh, doch! Jesus.“
  • Ich werde jetzt einen Fuß vor die Tür setzen. Vielleicht auch zwei, damit es nicht so albern aussieht.
  • Manchmal ist eine Demo nur einen Steinwurf entfernt.
  • Seltsames Gefühl, wenn man im Supermarkt Kondome kauft und an der Kasse gefragt wird, ob man Treuepunkte sammelt.
  • Schießen Indianerkinder eigentlich mit Veilchen?
  • Warum heißen grüne Oliven eigentlich grüne Oliven und nicht olive Oliven?
  • Mit der Zeiht gewöhnt man sich zu ser an die automaschite Rechtschreibkorekktur und vermist sie blötzlich…
  • Auf BR ein Film mit Gaby Dohm. Dohmsday.
  • Merke: „Tweed” vs. „Tweet” – eins davon ist ein Wollstoffgewebe.
  • Alles für ’n #apple und ’n #i heute.
  • heute nacht mit der taschenlampe auf der sonnenuhr nachgesehen, wie spät es ist. bin mir jetzt sicher: zeit ist relativ subjektiv.
  • den tag anprobiert. er ist mir ein bißchen zu groß. schlabbert um die hüften. muss unten gekürzt werden.

Alltagsbeobachtungen

  • meine bisher so solide ordnungstechnik für wichtige unterlagen (ein stapel) stößt an ihre grenzen.
  • Der Zusatz all you can eat weckt immer den pac man in mir.
  • Sign that life might be handing me lemons: the direct-target ad on my gmail is for GetYourExGirlfriendBackdotcom.
  • „Buena Vista Social Club“-Nacht im Restaurant gegenüber. Klangholzspieler musiziert wie ein hackendudeldichter Buntspecht.
  • Das hat man nun vom flächendeckenden DSL in Deutschland: Man beschäftgit sich wieder mit der Familie.
  • dieser verdammt scheißstaubsauger. nur kurven im rohr. das ding soll saugen und nicht bei germanys next pornostar gewinnen.
  • Wenn ich einen Garten hätte, würde ich Fleisch grillen. Wenn ich einen Grill hätte. Und Fleisch.
  • Du weißt, dass 4.5 Stunden Schlaf zu wenig sind, wenn Du mit der Mülltüte in der Hand vorm Bäcker stehst.
  • Seit 3 Tagen nicht rasiert,trotzdem kein Barthaar.Waren die letzten 20 Jahre tägl.Rasur überflüssig?Stünde dann heute finanziell anders da
  • Seit heute stolze Besitzerin einer riesig hohen Palme. Wer schenkt mir die passende Insel? Wir drei würden sicher gut harmonieren…
  • unter dreißigjährige, die eberhard heißen, waren sicher keine wunschkinder.
  • Schock, das Dschungel Camp wird gestrichen, Grund dafür ist wohl, die Kakerlaken, Spinnen und Schlangen haben sich vor den „Stars“ geekelt
  • Entweder kommen alle zu spät oder ich sitze in der falschen Kneipe.
  • Es gibt kaum etwas, das Frauen so nervt, als Männer, die ihnen auf die Brüste starren. Außer: Männer, die das nicht tun. #dilemma
  • warum müssen alle immer vom wochenende erzählen? bin ich in der grundschule? bilde doch mitdir selbst einen stuhlkreis und erzähls der wand.
  • Die intellektuelle Elite wird geschlossen zu Jammerlappen, sobald es heiß oder kalt ist oder Regen fällt oder es windig ist. #Wettertweets
  • Tages-Zitat: „90 people get the swine flu and everybody wants to wear a mask. A million people have AIDS and no one wants to wear a condom.“
  • Kann mal bitte jemand das Verbindungskabel zwischen dem Wetter und meiner Laune durchschneiden?
  • Ist es ein Zeichen von Schwäche, wenn einem ein Stück Knoblauch (geschält) im Ohr klebt?

Skurriles

  • Ich wäre gerne ein verrückter, schwuler, genialer Wissenschaftler. Dann könnte ich mich jetzt klonen und mit mir selber schlafen.
  • Habe gerade die Braut des Satans kennen gelernt. Sehr charmante Frau. Hoffe nur, Ihr angehender Gatte ist nicht eifersüchtig.
  • Morgen kauf ich mir einen Pixel aus Plüsch und setz ihn auf mein Sofa. : -)
  • Die Stubenfliege macht heute meine Arbeit, während ich brummend durchs Zimmer fliege. Gefällt uns beiden, dieser Perspektivwechsel.
  • Bemerkte gerade, dass mein vermeintlicher Badspiegel ein Fenster nach nebenan ist und ich beim Rasieren stets den Nachbarn anstarrte.
  • Weisheit aus Yiqanuc: „Ko muhuhok na mik aqa nop“ = Wenn es Dir auf den Kopf fällt, weißt Du, dass es ein Felsblock ist. Wie wahr…
  • Geh nicht weg – wir haben die selbe Blutgruppe
  • Oft schnarche ich so rhyhthmisch, dass ich nicht anders kann, als aufzustehen und zu tanzen.
  • Im Käfig werden Hamster nur drei Jahre alt. Länger halten sie sich im Gefrierfach.

Frage & Antwort

  • deoquest: wonach riecht AXE des bösen?
    Nach 8x4nedschad?
  • Ballack ist zurückgerudert? Ich denk der spielt Fussball?!)
    Fußball ist wie Rudern, nur ohne Würfel…

Anmerkung zu den ganzen Tweets:
Ich hab die Verfasser der jeweiligen Zeilen absichtlich nicht genannt. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich mit fremden Lorbeeren schmücken möchte, sondern dass ich die Aussage des Tweets alleine für sich stehen lassen wollte. Nichttwitterernden Lesern hier ist es eh egal, von wem die einzelnen Tweets stammen und aktive Twitteruser kennen diese Zitate selber oder können sich gerne die Originalversionen in meinen Favoriten durchlesen.

Hier zur Vollständigkeit eine Aufzählung mit allen an diesen oben genannten Zitaten beteiligten Leuten, inklusive dem Link zu dem jeweiligen Twitteraccount:

AllesRoger, Auktionsmacher, ausserirdischer, DaggyO, das_Vakuum, depechka, DelaRocka, DonDahlmann, elsebuschheuer, formschub, Frau_Elise, function, frank93, gebenedeite, germanpsycho, gr4y, haekelschwein, Ingeborch, jawl, katjaberlin, litchi7, luzilla, mittelalt, moeffju, neuezukunft, nic_west, Nilzenburger, nudelzebra, paulthenshirley, PickiHH, ralfheimann, robertocapitoni, ScreenOrigami, sixtus, spreeblick, stricktier, tristessedeluxe, Vergraemer

ein sich fürs Erste genug mit Blog und Microblogging à la Twitter herumgeschlagen und beschäftigt habender und daher nun ins Wochenende verschwindender und das sogenannte „Real Life“ erkunden und genießen werdender Ausserirdischer

Time for a little change (Eintrag IX)

Posted in Allgemein (bzw. noch nicht zugeordnet) with tags , , , on 10. Juli 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

als Neublogger war ich anfangs nur froh, einigen meiner Gedanken, Meinungen und Ideen hier auf dieser Plattform einen Raum zu geben, wo sie sich niederlassen und ausbreiten können. Da ich bis zum jetzigen Zeitpunkt vornehmlich in Foren und Chats tipptechnisch aktiv gewesen bin, hat sich auch die ein oder andere Eigenart eingeschlichen, wie ich Dinge schriftlich auszudrücken versuche. Dass ich lange verschachtelte Satzkonstruktionen mit zusätzlichen Bemerkungen, die ich in Klammern gepackt dazwischen packe (Manchmal sogar weitere in Klammern gesetzte Ergänzungen zu diesen Zwischenbemerkungen). Ich denke, dass diese auf den ersten Blick nicht sehr übersichtliche Art des Schreibens am ehesten der oftmals nicht ganz so stringenten Gedankengänge meiner Wenigkeit Tribut zollt.

Erschaffung eines eigenen Sprachstils

Wie es in Chats und Foren (vornehmlich für einige Browsergames) üblich ist, versucht man sich durch die Art des Schreibens einen eigenen Stil zu erarbeiten, um sich von der Masse der anderen abzugrenzen und wenn man ehrlich ist und seinen inneren Geltungsdrang befragt natürlich auch, um sich ein wenig hervorzuheben. Diese Suche nach Individualität ist bei mir soweit gegangen, dass ich mir vor Jahren einen eigenen Sprachstil inklusive neuer definierter Orthographie angewöhnt habe, auf den ich bis zum heutigen Tage immer noch in den unterschiedlichen Bereichen der schriftlichen Ausdrucksformen (Chat, Foren, Twitter, Mails, SMS, etc.) zurückgreife.

Was für Eigenarten?

Hierzu zählen neben dem obligatorischen Schluss-Satz (der in seiner Länge zwischen 3 Worten und mehreren Zeilen variabel ist und den ich mir wohl nicht so einfach abgewöhnen kann oder will) die selbstgemachten Regeln der deutschen Rechtschreibung wie die Verdoppelung von Konsonanten bei den Wörtern „aber“ (abber), „oder“ (odder), „wieder“ (widder), bei dem Wort und der Vorsilbe „über“ (übber), sowie das Weglassen des letzten Konsonanten beim Wort „nicht“ (nich) als auch die Verkürzung des Wortes „jetzt“ (getz).

In einigen Fällen ging es sogar so weit, dass aus den Endungen / Silben „ig“ und „ich“ ein allgemeines „isch“ wurden (Das macht aus „richtig“ dann „rischtisch“) und dass das Pronomen „ich“ dem vorausgehenden Verb als „sch“ angehängt wurde (Aus „Das habe ich gemacht“ wurde dann „Das habsch gemacht“).

Vorhaben

In der Twitter-Kommunikation mit seiner brutalen Begrenzung auf 140 Zeichen pro Tweet ist gerade die Verdopplung der Konsonanten ein sprachlicher Luxus, auf den ich aufgrund der Textlänge schon das ein oder andere Mal verzichten musste. Nun habe ich einen eigenen Blog (Ich finde übrigens, es sollte abgeleitet von Weblog auch der und nicht das Blog heißen (egal, was hier der Duden rät).) und möchte nun nach anfänglichem, weil gewohntem Beibehalten dieser eigenständigen Orthographie hier dazu übergehen, der deutschen Sprache wieder eine Chance zu geben.

Hinweis

Da ich nicht mit einem Germanistikstudium ausgestattet bin, und in den weitesten Teilen die alte deutsche Rechtschreibung der reformierten vorziehe (Eh ich Filosof schreibe, muss noch einiges passieren) und außerdem zu faul bin bei jedem fragwürdigen Wort ein Lexikon zu konsultieren , werden auch weiterhin mit Sicherheit für die strebsameren Leser und Sprachforscher (und Germanistikstudenten und -studierten) genug Rechtschreibfehler oder fragwürdige Formulierungen und nicht immer nachvollziehbare Kommata in meinen Beiträgen auftauchen, allerdings kann ich nun mit stolzgeschwellter Brust behaupten, dass dies nicht in meiner Absicht gelegen hat.

Ein sich für die Aufmerksamkeit bedankender und sich nun wieder mit den Vorbereitungen für das anstehende Wochenende beschäftigender Ausserirdischer

Teil2: Siamese Dream von den Smashing Pumpkins (Eintrag VIII)

Posted in Musik, Platten für die Ewigkeit with tags , , on 9. Juli 2009 by Shumway

Hollera zusammen,

nach über einer Woche Blogabstinenz möchte ich heute einen weiteren Eintrag zur Rubrik „Platten für die Ewigkeit“ hinzufügen. Diesmal geht es um eine Band, die Ende der 80-er Jahre begonnen, eine fünfjährige Bandpause eingelegt und vor kurzem ihr Comebackalbum veröffentlicht haben:

Smashing Pumpkins

Die Kürbisköpfe, wie sie von den deutschsprachigen Fans oftmals eher liebevoll als gehässig genannt werden, haben eine längere Geschichte hinter sich und demnach auch einige Album vorzuweisen. Einige dieser Alben finden sich immer wieder in Top-Listen, wenn es um Bands beziehungsweise Longplayer aus den Neunzigern geht.

Ihr Debütalbum Gish ging leider im Zuge der Veröffentlichung von Nirvanas Nevermind unter. Beide Alben sind von Butch Vig produziert worden und daher wurden die Smashing Pumpkins irrtümlicherweise oftmals als Grunge betitelt. Dennoch ist ironischerweise gerade die wachsende Begeisterung für Grunge der Grund, dass die Pumpkins weiterhin nicht nur bei den Kritikern sondern auch bei den Musikfans große Beachtung finden. Für das Nachfolgealben Siamese Dream wird wieder Butch Vig als Produzent an Bord geholt und gemeinsam schafft man ein Rockalbum, dass vor Gitarrenspuren strotzt und das ohne jeden Zweifel den Titel Platte für die Ewigkeit verdient hat.

Die unverwechselbare Art von Drummer Jimmy Chamberlain gekoppelt mit dem doppelten Gitarrenspiel von Frontmann Billy Corgan und James Iha und unterstützt von Bassistin D’arcy Wretzky lassen einige Songs oftmals soweit ausufern, dass es beim Zuhören schon an die Schmerzgrenze geht. Als Gegenpol zu den teilweise dissonanten Saiteninstrumente stehen die oftmals sehr feinen Gesangsmelodien, die von Corgan in seiner unnachahmlichen Art des Nichtsingenkönnens intoniert werden. Bei den Proben zu Siamese Dream kamen so viele Songs zusammen, dass es für die sehr gute aber leider in den Medien nicht sehr beachtete B-Seiten-Auskopplung Pisces Iscariot gereicht hat.

Auch wenn die Kürbisköpfe mit dem nächsten Album oder besser gesagt Doppelalbum Mellon Collie And The Infinite Sadness (Bestehend aus „Twilight To Starlight“ und „Dawn To Dusk“) sowohl Kritiker als auch Fans begeistern konnten und einige Verkaufserfolge feierten, bleiben für mich die 13 Songs von Siamese Dream die wahre Essenz, welche die Pumpkins auszeichnet. Mit dem rockigen Intro „Cherub Rock“, der Hymne „Today“, der Ballade „Disarm“ und dem epischen „Soma“ beinhaltet dieses Album vier meiner fünf Lieblingssongs von den Pumpkins.

Auf diesem Album sind die Gitarren noch laut und manchmal zu wild. Hier ist Corgan noch nicht davon beseelt ein bis auf die letzte Note durchgeplantes Konzeptalbum zu erstellen und man hat als Hörer zumindest den Eindruck, als hätten sich seine Mitmusiker auch ein wenig einbringen können (Corgan galt schon von Anfang an als Kontrollfreak, der alles lieber selber machte.).

Was die Smashing Pumpkins in ihrer Hochphase (1993 – 1995) von anderen Bands unterscheidet, sind die sehr melancholischen und streckenweise sogar düsteren Texte, in denen Corgan manchmal aus sehr persönlicher Sichtweise mit der Welt im allgemeinen und mit Frauen und Beziehungen im speziellen hadert.

Die späteren Album Adore, Machina I + II sowie das Comebackalbum Zeitgeist (Die Auszeit dauerte vom Dezember 2000 bis zum Juni 2005) sind alle für sich alleine genommen auch interessante Longplayer, denen aber im Vergleich zu den ersten Veröffentlichungen sowohl der musikalische Zug nach vorne, die Bissigkeit in den Texten und die Waghalsigkeit im Sound und der Produktion fehlt.

Die Zeiten, in denen ich mich auf Corgans nächste musikalische Output gefreut habe, in der Hoffnung, er würde schlechtgelaunt und mit Wut im Bauch an die ersten Alben der Pumpkins-Ära anknüpfen können, sind mittlerweile vergangen aber Siamese Dream findet immer noch in schöner Regelmäßigkeit einen Weg in meinen CD-Player.

Ein hinsichtlich weiterer Veröffentlichungen von Billy Corgan & den Smashing Pumpkins immer noch aufgeschlossener und sich liebend gerne überraschen lassender Ausserirdischer