Das Twitter-Phänomen (Eintrag II)

Hollera zusammen,

dierekt vorweg, bevor es zu Mißverständnissen kommt: Hier geht es nich um eine Abhandlung übber Twitter odder um eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem (Un)Sinn dieses Dienstes, sondern um meine Sichtweise zum Thema Followinger vs Follower (Ich bitte, mir diese englisch klingenden, gewählten Bezeichnungen zu verzeihen).

Daher müssen alle hier Lesenden, die mit dem Wort Twitter nichts anfangen können, sich an anderer Stelle schlau machen, was es mit Twitter auf sich hat (und mir freundlicherweise eine Information zukommen lassen – da der Weg via Twitter logischerweise nich in Frage kümmt – wie sie denn bis zu diesem Artikel gelangt sind).

Generell:

Ich bin nun seit Beginn diesen Jahres bei Twitter angemeldet (Hier erfahrt Ihr mehr dazu), habe jedoch erst in den letzten Wochen ernsthaft die 140-Zeichenfolge als Kommunikationsmöglichkeit entdeckt. Mit dem Entdecken von Twitter geht auch das Auffinden und Entdecken von Twitternutzern einher. Es gibt nichts, worübber nich gezwitschert wird. Es gibt ne Menge informatives, lustiges, verstörendes, hilfreiches, langweiliges und störendes Zeugs zu entdecken.

Wer seine Tweets nich schützt, der ist theoretisch unter der eingetragenen URL für alle Welt auffindbar. Alle geistigen Ergüsse sind für jedermann (auch für Nicht-Twitter-Nutzer) nachlesbar. Möchte man nun nich jedesmal die entsprechende URL aufrufen, unter der sich die ganzen Tweets einer Person finden und ist man selber Twitter-User, kann man den Leuten, die man lesenswert findet, auch folgen und die entsprechenden Nachrichten abonnieren. Man ist nun aktiv Followinger des ausgesuchten Users und passiv für diesen ein neuer Follower. Und hier startet das Dilemma / eine Twitterlogik, die sich mir nich erschließen will (Ich bin übrigens nich der einzige, der darübber nachdenkt. Stein des Anstoßes für diesen Artikel hier war der folgende von @mittelalt, ein von mir geschätzter Twitterer, der sich in seinem Blog mit dem followerfriday auseinander gesetzt hat).

Das Phänomen:

Es gibt Leute, die folgen mehreren Tausend anderen. Wie funktioniert das? Die können doch nich ernsthaft die Tweets von einer vierstelligen Personenanzahl im einzelnen nachlesen (Ich folge derzeit 50 Usern und selbst hier kommen zu Stoßzeiten Nachrichten im Sekundentakt hereingeflattert). Ergo stellt sich mir die Frage, warum folgen die diesen Leuten übberhaupt?

Die einzige logische Antwort wäre, dass diese Leute selber gerne so viele Follower wie möglich hätten und diese dadurch erhalten wollen, indem sie mehr odder weniger willkürlich vielen Leuten folgen (ohne sich eigentlich dafür zu interessieren, was diese Leute zu sagen haben), nur um im Gegenzug (frei nach dem bekannten „eine Hand wäscht die andere“-Prinzip) diese Leute als Follower für den eigenen Twitteraccount zu gewinnen (zu generieren trifft es bei manchen wohl eher) .

Warum das so ist? Es scheint ein menschliches Phänomen zu sein, sich übber eine zählbare Einheit, bzw. deren Größe zu definieren und sich voneinander zu differenzieren. Natürlich erhalten stetig „gute“ und aktive Twitterer im Laufe der Zeit immer mehr Zuspruch und eine ansehnliche Verfolgerschar, jedoch weiß auch jeder, der des logischen Denkens fähig ist, dass der Umkehrschluss, die Größe einer Herde sage etwas übber die Qualität des Schäfers aus, ziemlicher Bödfug is.

Es soll sogar Leute geben, die einen Zweit-Account besitzen, mit dem sie dann qualitativ hochwertigen Usern folgen, während der Erstaccount dazu da ist, ein Horde von Verfolgern um sich zu scharen. Dies ist in meinen Augen genauso sinnig, wie die Anschaffung eines Zweitwagens für Alleinstehende.

Ich handhabe es mit dem Verfolgen bei Twitter bislang wie folgt:

Ich folge Leuten, die ich schätze, bzw. deren Gezwitscher mich erheitert, infomiert, interessiert. Ich freue mich übber jeden neuen Abonnenten meiner 140-Zeichen-Gedanken und schaue mir deren Tweets auch in regelmäßigen Abständen immer wieder an. Bei Twitterern, die (mir) empfohlen (meistens am sogenannten followfriday) werden, lese ich mit Interesse deren letzte Tweets und durchforste deren Favorites, um mir ein Bild übber die Person und die von ihr angesprochenen und favorisierten Themen zu machen und entscheide dann, ob ich sie in mein Portfolio von abonnierten Usern mit aufnehme odder nich.

Das Nichtaufnehmen ist jedoch kein Zeichen für Unsympathie, sondern zumeist ein eher abwartender Prozess, da man in der Regel ja nich nach dem ersten Eindruck handeln (und demnach auch nich folgen) soll. Selbst einem sehr lieben Menschen, der mir folgt abber selber hauptsächlich und oft übber Themen twittert, die mich persönlich nich tangieren (Systemadministration, Das Liebesleben von Zwergkaninchen, etc.) werde ich nich folgen, da ich diese Tweets in meiner Timeline eh übberlesen werde.

In letzter Zeit habe ich zwei Follower dazugewonnen, die ihrerseits ihre Tweets als „privat“ gekennzeichnet haben. Dies finde ich nich schlimm abber ein wenig verwirrend, da ich im Grunde genommen nich weiß, wer mir da folgt. Da hier die einzige Möglichkeit, eine Einsicht in deren Gezwitscher zu erhalten, eine Anfrage / Bitte um Freigabe ist, die damit einhergeht, dass ich diesen Personen folgen muss, um zu wissen, was sie so von sich geben, fällt hier die Wahlmöglichkeit des Folgens- odder Nichtfolgens aus meiner Sicht von vorneherein weg.

Bei Leuten, die einen reinen Spam-Account haben odder die sehr offensichtlich darauf aus sind, so viele Follower wie möglich zu generieren, entscheide ich mich meist zwischen direktem Blocken (Mein Lieblingskandidat ist übrigens „Britney Fucked Vids“, den ich bereits unter diversen Usernamen auf die geblockte Liste geschoben habe) und Abwarten (Mal sehen, wie lange der mir folgt, obwohl ich nich zurückfolge).

Fazit:

Ich werde weiter twittern und Leuten folgen, deren twitterischen Ergüsse ich als lesenswert erachte. Des Weiteren freue ich mich logischerweise, wenn andere User mir folgen odder mich gar als folgenswert empfehlen. Dennoch, ist es nich mein Ziel als Twitterer, so viele Follower wie möglich zu erhalten, sondern weiterhin mit Hilfe der 140-Zeichen-Nachrichten relevantes, skurilles, erheiterndes und interessantes zu erfahren und meinen Beitrag zu leisten, ein paar für andere nützliche Tweets zu verfassen.

ein sich nun mal widder nach diesem Wust an Zeichen den kurzen Nachrichten in der Twitterwelt widmender Ausserirdischer

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Eine Antwort to “Das Twitter-Phänomen (Eintrag II)”

  1. mittelalt Says:

    hollera, verehrter ausserirdischer (ich hoffe, die gewählte grußformel entspricht in ihrer schlichten wiederholung den gepflogenheiten eures planeten hinsichtlich respekt und höflichkeit),

    lasst mich zunächst meiner freude ausdruck verleihen, dass ihr den komplizierten irdischen wirrungen des sog. internets so erfolgreich getrotzt habt! meinen aufrichtigen glückwunsch zu eurem ersten erdblog. sicher wäre man auf eurem planeten sehr stolz auf die taten, die ihr hier – so fern der heimat – vollbringt.

    bei uns auf terra gibt es den begriff „betriebsblind“, was bedeutet, dass man nur einen eingeschränkten blick auf die dinge eines prozesses hat, wenn man selbst mitten in diesem prozess steckt. so gesehen verwundert es nicht, dass ihr, mein weitgereister freund, so kristallkar analysiert, was uns erdlingen dirkekt vor der nase herumgeistert.

    die welt darf sich also freuen über das logbuch des ausserirdischen. ein ausserirdischer, der nicht kam, um die menschheit zu unterdrücken oder auszuradieren – nein, er kam, weil die technik seines fluggerätes noch nicht ganz ausgereift war. und er blieb, weil wir es mit mühe gerade mal geschafft haben, bis zum mond zu tuckern.

    da nicht absehbar ist, ob die menschheit sich demnächst überhaupt weiterentwickelt, schlage ich vor, ihr nehmt euer schicksal an, bleibt einfach hier und wir machen es uns gemütlich. über den status eines botschafters mit veritabler altersversorgung spreche ich demnächst mit unserer regierung. falls es gelingt, eine zu bilden.

    abschliessend danke ich im namen unseres sonnensystems für die öffnung eures logbuches und sehe weiteren erhellungen mit freude entgegen!

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